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Schenefelder Tageblatt

12. Dezember 2017 | 17:45 Uhr

Schenefeld : Finnen kaufen Interschalt

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Cargotec übernimmt die Softwareschmiede. Kartellbehörde muss dem Geschäft aber noch zustimmen. Auswirkungen auf den Standort sind noch unklar.

shz.de von
erstellt am 21.Jan.2016 | 12:15 Uhr

Schenefeld | Noch im Dezember 2015 hatte das Schenefelder Unternehmen Interschalt maritime systems AG seinen Wachstumskurs fortgesetzt und die Norderstedter Softwarefirma Müller und Blank übernommen. Jetzt wurde Interschalt verkauft. Der finnische Konzern Cargotec Corporation gab gestern die Übernahme der Schenefelder Softwareschmiede bekannt. Allerdings müssten die Kartellbehörden dem Geschäft noch zustimmen. Das soll laut Cargotec noch im ersten Quartal dieses Jahres geschehen. Über die Kaufsumme vereinbarten beide Seiten Stillschweigen.

Interschalt wurd 1954 gegründet. Die Firma mit Hauptsitz am Osterbrooksweg hat sich auf maritime Software und Dienstleistungen für die Schifffahrt spezialisiert. Niederlassungen gibt es in Europa, Nordamerika und Asien. Interschalt beschäftigt etwa 250 Mitarbeiter und erzielte 2014 einen Umsatz in Höhe von 42 Millionen Euro. Ob der Verkauf an Cargotech Auswirkungen auf den Standort Schenefeld oder die Anzahl der Mitarbeiter hat, stand gestern laut Interschalt noch nicht fest. „Wir müssen jetzt zunächst die Entscheidung der Kartellbehörde abwarten“, sagte eine Interschalt-Sprecherin.

„Bereits kurz nach Aufnahme der Gespräche zu dieser Übernahme wurde deutlich, dass wir die gleiche strategische Vision für die Zukunft unserer Branche teilen. Die Softwarelösungen von Interschalt und Cargotec werden gemeinsam unsere Kunden bei ihrer Wertschöpfung in der immer komplexeren Welt der Schiffslogistik unterstützen“, betonte Robert Gärtner, Vorstandsvorsitzender bei Interschalt.

Das Unternehmen Cargotec, ein weltweit operierender Anbieter von Fracht-Handling-Lösungen, beschäftigt zirka 11.000 Mitarbeiter. Der Umsatz lag 2014 bei zirka 3,4 Milliarden Euro. Die Cargotec-Gruppe unterteilt sich in die drei Geschäftsbereiche MacGregor, Kalmar und Hiab. MacGregor ist kein unbekannter im Kreis Pinneberg. Das Unternehmen hatte 2013 die Uetersener Maschinenfabrik Hatlapa übernommen. 2015 drohte die Standort-Schließung. Sie konnte in letzter Sekunde durch ein Sparpaket abgewendet werden. 103 von 360 Arbeitsplätzen sollen wegfallen.

Mit dem Kauf von Interschalt setzt Cargotec auf Marktführerschaft: „Die Übernahme ist Teil unserer Strategie, unser Softwaregeschäft in neuen Bereichen auszubauen und eine Wertschöpfung für bestehende und neue Kunden zu erzielen. Die Übernahme sorgt für neue Kunden, weiteres Expertenwissen und Fähigkeiten“, sagte Olli Isolalo, Präsident von Kalmar.

Cargotec plant die Integration der Interschalt-Softwarelösungen in den Geschäftsbereich Kalmar sowie das Einbinden der Serviceleistungen in den Geschäftsbereich MacGregor.

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