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Schenefeld : Finissage zu „Selbst – Nomaden – Schneckenhäuser“

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Im Bann von Mandela und Kafka: Der Schenefelder Werner Heinemann fasziniert mit ausdrucksstarken Portraits.

Schenefeld | Zwei schwarze Kinder mit aufgerissenen Augen. Im Hintergrund Holzhütten. Zwei Jungen tragen im Arm den toten Zolile Pieterson. Die Schlüsselszene des Soweto-Aufstands von 1976 hat der Künstler Werner Heinemann auf einem seiner Tusch-Aquarelle verewigt. Darüber befindet sich eine Skizze des Friedensnobelpreisträgers Nelson Mandela. Insgesamt 22 ausdrucksstarke Portraits des Schenefelder Kunstkreismitglieds sind im Zuge der Ausstellung „Selbst – Nomaden – Schneckenhäuser“ im Rathaus zu bewundern gewesen.

Heinemann gehört zu einem von zehn ausstellenden Künstlern im Kreis von Carmen Oberst. Der Schenefelder zeigt auf seinen sogenannten Tusch-Aquarellen diverse Persönlichkeiten, mit deren Biografien er sich beschäftigte. Bei seinen Werken zeichnete Heinemann Charakterköpfe und passende dazugehörende Zeichnungen vor. Er bearbeitete später Portraits und Szenen mit einem Tuschpinsel, aquarellierte die Zeichnungen.

Auf dem Bild des Schenefelders ist der führende südafrikanische Aktivist 60 Jahre alt. „Der Soweto- beziehungsweise Kinder-Aufstand von 1976 war eines der wichtigen Ereignisse, aus denen Mandela seine Kraft bezog“, erläutert Heinemann. Deshalb zeichnete er den Nobelpreisträger einschließlich der Soweto-Szene mit Zolile Pieterson. Heinemann interessiert sich sehr für Mandela wie für weitere dargestellte Personen. „Es hat mich fasziniert, wie Mandela als erster südafrikanischer Präsident eine friedliche Politik für die Regenbogennation Südafrika entwickelte“, erläutert der Schenefelder.

Von Kafkas Werken begeistert

Doch auch zahlreiche weitere Persönlichkeiten finden sich unter den Portraits. Häufig reiste Heinemann in die betreffenden Länder, las Werke der Schriftsteller und besuchte Museen beziehungsweise Ausstellungen der Künstler. Portraitiert sind weiterhin Pablo Picasso, Emil Nolde, Paul Klee, Rainer Maria Rilke, Walter Benjamin und Franz Kafka. Jedes der Bilder informiert über wichtige Details aus dem Leben der jeweiligen Persönlichkeit.

Werke des Schriftstellers Franz Kafka wie „Die Verwandlung“ haben Heinemann schon in seiner Schulzeit begeistert. Deshalb ist auf seinem Tusch-Aquarell Gregor Samsa in Käfergestalt zu erkennen. „Mich faszinierte Kafkas Fantasiewelt“, sagt der Schenefelder Künstler. Dazu gehören auch Lebensprobleme wie Einsamkeit und Bürokratie.

Typisch kubistische Darstellungen von Picasso kreierte Heinemann „aus der Erinnerung heraus“. „Ich habe die Zeichnungen nicht übernommen, sondern meinen persönlichen Eindruck von ihrer Kunst spontan festgehalten“, sagt er. Mit seinen Portraits beabsichtigt Heinemann, die Ausstrahlung des Künstlers auf den jeweiligen Betrachter zu übertragen. „Ich möchte, dass der Besucher in gleicher Weise fasziniert wird und sich mit der Person beschäftigt“, so der Schenefelder. Zukünftig plant er, sich noch mehr mit seinen Mehrfachbelichtungs-Projekten vom Hamburger Hafen zu beschäftigen. Einige der Fotografien waren im Zuge der aktuellen Ausstellung auch zu besichtigen.

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erstellt am 09.Nov.2015 | 16:00 Uhr

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