Stimmungsbild aus Schenefeld : Finger weg vom Weihnachtsmarkt

In der Politik wird längst offen über die Abschaffung der Veranstaltung diskutiert.
In der Politik wird längst offen über die Abschaffung der Veranstaltung diskutiert.

Viele Bürger brechen Lanze für eintägige Veranstaltung. Es melden sich aber auch kritische Stimmen.

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09. Dezember 2014, 10:00 Uhr

Schenefeld | Schenefelds eintägiger Weihnachtsmarkt: Das Schmuddelwetter machte es nicht einfacher, Adventsstimmung aufkommen zu lassen. Trotzdem: Die Veranstaltung war ganz gut besucht. In der Politik wird längst offen über die Abschaffung der Veranstaltung diskutiert. Zurzeit wertet die Verwaltung eine Umfrage unter den Vereinen und Verbänden aus. Der Weihnachtsmarkt steht auf der Kippe. Das Konzept – der Markt wird von der Stadt sowie Vereinen und Verbänden organisiert – scheint nicht mehr zeitgemäß. Wir haben uns am Sonntag umgehört. Fazit: Viele Schenefelder brechen eine Lanze für ihren Weihnachtsmarkt. Ein Stimmungsbild:

Ramona und Vanessa (beide elf Jahre) finden den Weihnachtsmarkt „cool“. „Es sind viele Leute unterwegs und unsere Eltern machen sich keine Sorgen, wenn wir den Markt besuchen“, erzählt Vanessa. „In Schenefeld sollte etwas los sein“, betont Ramona.

 Waltraut Lüders mag besonders die stimmungsvollen Gesangsvorträge.
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Waltraut Lüders mag besonders die stimmungsvollen Gesangsvorträge.

Die Vorsitzende des Bürgervereins, Waltraut Lüders, mag die stimmungsvollen Gesangsvorträge der Liedertafel Frohsinn von 1877. „Es würde etwas fehlen, wenn sie hier nicht auftreten würden“, sagt Lüders. Gäbe es gar keinen Markt mehr, wäre „das der Hammer“. Es sei Tradition, dass sich die Vereine vorstellten.

Heinz Tönjes (84) ist vom Schenefelder Weihnachtsmarkt hingegen weniger angetan. „Hier ist tote Hose“, so Tönjes. Der Pinneberger Weihnachtsmarkt hätte sich im Vergleich ziemlich „herausgemacht“.

Gerd Fiebig möchte, dass es die Veranstaltung auch in Zukunft noch gibt.
Gerd Fiebig möchte, dass es die Veranstaltung auch in Zukunft noch gibt.
 

Gerd Fiebig vom Verein „Glücksgriff“ möchte an der Veranstaltung festhalten. „Der Weihnachtsmarkt ist noch zeitgemäß. Wir möchten hier auf jeden Fall weitermachen, um schöne Geschenke für einen guten Zweck zu verkaufen.“

STC-Mitglied Jonas Spanger (20) gefällt der Markt sehr gut und er kommt in Schenefeld auf seine Kosten. „Der Markt wird leider Jahr für Jahr etwas zurückgefahren“, kritisiert Spanger. Beispielsweise sei es schade, dass Blau-Weiß 96 in diesem Jahr nicht sein Torwandschießen angeboten habe. Der Markt sei noch zeitgemäß. „Für Erwachsene sind die geselligen Glühwein- und Würstchenstände super. Die Kleinen kommen auf dem Karussell auf ihre Kosten.“

Ingrid Iwen würde den Markt vermissen.
Ingrid Iwen würde den Markt vermissen.
 

Auch Ingrid Iwen (80) würde den Markt vermissen: „Hier bekommt man liebevolle und selbstgemachte Sachen wie Marmelade und Selbstgestricktes.“ Valentin Hürten freut sich, am Stand des Tennisclubs „viele nette Mitglieder und andere Leute zu treffen“.

Heinz Lindenberg, der seine Frau häufig am Fröbelstern-Stand unterstützt, schätzt das Event. „Es wäre schade, wenn es den Markt nicht mehr gäbe“, sagte Lindenberg. Gunda Sandhack (69) hat hier Kunsthandwerk sowie Präsente für ihre Enkel gefunden. „Auf jeden Fall ist das alles noch zeitgemäß“, betont Sandhack. Heiner Kriete kennt den Markt bereits aus den 1970er Jahren. „Im Großen und Ganzen bin ich froh, dass hier in Schenefeld so etwas veranstaltet wird.“ Es gebe immer weniger Menschen, die „die Zeit und den Nerv haben, das alles zu organisieren“.

Kritische Töne schlägt dagegen Monika Nobis (Foto) an: „Nein, der Weihnachtsmarkt ist nicht mehr zeitgemäß, sondern langweilig. Das finden auch meine Enkel. Es gibt hier für die jungen Besucher nur das Kinderkarussell“, sagt die 69-Jährige

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