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Zwischen Erotik und Einsamkeit : Feurige Tangoklänge im Forum

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Saxophonisten und Akkordeonspieler Martynas faszinieren mit Ravel und Piazzolla.

Schenefeld | Das Signum Saxophonquartett und der litauische Akkordeonspieler Martynas haben beim ausverkauften Schleswig-Holstein Musik Festival-Konzert (SHMF) ihr Publikum mitgerissen und für unvergessliche Konzert-Momente gesorgt. Die Saxophonisten und der als weltbester Akkordeonspieler geltende Martynas verzauberten das Publikum mit ausgewählten Stücken von Maurice Ravel, Gorka Hermosa, Richard Galliano und Astor Piazzolla. Bürgermeisterin Christiane Küchenhof begrüßte die Gäste im ausverkauften Forum zum vierten Schenefelder SHMF-Konzert. Sie dankte der aus mehreren Unternehmen und Privatpersonen bestehenden Kulturinitiative Schenefeld, die das Konzert im Forum mit den jungen Nachwuchsmusikern ermöglicht hatten.

Mit dem Stück „Le tombeau de Couperin“ leiteten die vier jungen, in schwarz gekleideten Saxophonisten, das Konzert ein. Mit seinem „Tombeau“ setzte Ravel seinem verstorbenen Komponistenkollegen François Couperin ein Denkmal: Die Saxophonisten transportierten den sensiblen, von der Musik der Barockzeit beeinflussten Stoff, auf fließende und freie Weise. Sie eröffneten das fünf Sätze beinhaltende, für Saxophon bearbeitete Stück, mit einem fließenden Prélude. Im Anschluss erklang eine Forlane, ein poetisches Tanzstück, in vager Harmonisierung. Bei ihrer präzise aufeinander abgestimmten Interpretation verdeutlichten die Nachwuchsbläser, dass kaum ein Instrument der menschlichen Stimme so nahe kommt wie das Saxophon. Ausdrucksstark und geschmeidig erklang das dem Impressionismus verpflichtete „Tombeau“.

Mit dem später die Bühne betretenden Akkordeon-Star Martynas Levickis verschmolzen die Saxopohisten bei Ravels ursprünglich fürs Ballett gedachten, im Dreivierteltakt aufgebauten „Bolero“. Während Gorka Hermosas Solo-Stück „Fragilissimo für Akkordeon“ kristallisierte sich die Experimentierfreude des Akkordeon-Botschafters deutlich heraus. Die Zuhörer lauschten gebannt, als sich bei Martynas Spiel die unruhig-druckvolle und bisweilen brutale Atmosphäre von Heromas Stück entlud, um schließlich wieder in einen wahnwitzig-schnellen „molto staccato“ zu münden. Beim Solo prallten, wie auch im zweiten Teil des Konzerts, Europa und Argentinien aufeinander. Tangos von Astor Piazzolla und Richard Galliano beeindruckten das Publikum im zweiten Teil: Trockende, schnarrende Rythmen, dramatische Glissandi und Übernahmen aus dem Jazz, vor allem in der Harmonik, hielten das Publikum in Atem. Bravorufe folgten.

In der Pause wurde mit Snacks und Getränken für das leibliche Wohl der Festivalgäste gesorgt.
In der Pause wurde mit Snacks und Getränken für das leibliche Wohl der Festivalgäste gesorgt. Foto: Frauke Heiderhoff
 

Besucher wie Bürgervorsteherin Gudrun Bichowski und der stellvertretende Kunstkreis-Vorsitzende Michael Behrens freuten sich, in diesem Jahr endlich Karten für das SHMF ergattert zu haben. „Ich bin von diesen leidenschaftlichen jungen Musikern und deren Kunst begeistert“, bilanzierte Glücksgriff-Chefin Ingrid Pöhland. Blitz, Donner und aufs Dach prasselnde Regengüsse ergänzten den letzten Piazzolla-Teil und sorgten für eine individuelle-Konzertnote. Zugaben wie Mozarts „Alla turca“ und Klezmer-Stück sowie eine Autogramm-Stunde rundeten das Konzert ab.

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erstellt am 21.Jul.2017 | 16:00 Uhr

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