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Schenefelder Tageblatt

17. Dezember 2017 | 20:49 Uhr

Fast wie die alten Nokia-Handys

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Schenefelder Brandbekämpfer nutzen als eine der ersten Wehren im Kreis Digitalfunk / Anschaffungskosten liegen bei 45 000 Euro

shz.de von
erstellt am 02.Apr.2016 | 16:00 Uhr

„Was lange währt, wird endlich gut“, sagt Michael Schulz, Wehrführer in Schenefeld. Seine Feuerwehr ist eine der ersten im Kreis Pinneberg, die die so heiß ersehnte und eigentlich schon vor Jahren geplante Umstellung von Analog- auf Digitalfunk vollzogen und das neue System bereits auf Herz und Nieren geprüft hat. „Die ersten Erfahrungen sind positiv“, berichtet Schulz.

Die Schenefelder Kameraden haben 42 Funkgeräte bekommen – zwei für die Zentrale, zehn fest in die Fahrzeuge eingebaute Geräte und 30 Handfunkgeräte. Die Kosten betrugen etwa 45  000 Euro. Eine Ausgabe, die sich offenber rentiert.

Kein Rauschen ist zu hören und Nebengeräusche wie Straßen- oder Maschinenlärm am Einsatzort werden herausgefiltert. Das hat die Empfangs- und Sprachqualität deutlich verbessert. Auch das Abhören des Funkverkehrs ist dank einer speziellen Software nun praktisch unmöglich.

Weitere Vorteile sind ein GPS-Signal und eine Notruftaste in allen Funkgeräten, die der eigenen Nachricht den Vorrang vor allen anderen einräumt. Ein Einbruch in die Schenefelder Wache lohnt sich trotz der Neuanschaffungen nicht, da die Geräte dann sofort gesperrt werden, betont der Feuerwehr-Chef.

Um die neue Technik zu bedienen, wurden 80 Schenefelder Brandbekämpfer jeweils sechs Stunden geschult. Die Umstellung fiel laut Schulz allerdings nicht schwer. „Die Geräte ähneln den alten Nokia-Handys“, erklärt der Wehrführer. Und die habe vor dem Smartphone-Zeitalter schon so ziemlich jeder einmal benutzt. Das Netz sei mit einem Handynetz zu vergleichen und kann bei schlechtem Empfang umgangen werden.

Die Analog-Epoche ist für die Schenefelder allerdings nicht vollständig passé. Da noch nicht alle Wehren im Kreis die Digital-Umstellung vollzogen haben, sind die alten Geräte weiter in den Fahrzeugen. „Ansonsten könnten wir im Notfall nicht über Funk mit den anderen Wehren kommunizieren“, so Wehrführer Schulz.

Für ihn ist die Digital-Technik übrigens nichts Neues. Er hat die Geräte bereits im Tirol-Urlaub 2006 im Einsatz gesehen. Ursprünglich war auch in Deutschland geplant, dass rechtzeitig zur Fußballweltmeisterschaft 2006 im eigenen Land die vollständige Umstellung auf Digitalfunk vollzogen ist. Im Schenefelder Feuerwehr-Haushalt sind die Mittel für die digitale Revolution bereits seit 2007 eingeplant. Abgerufen wurden sie mit fast einem Jahrzehnt Verspätung. Eine Verzögerung, die Schulz nicht nachvollziehen kann. Schließlich sei die Technik längst nichts Neues mehr und werde in anderen Ländern schon lange genutzt.
 

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