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Schenefeld : Familie sucht dringend Areal für das Projekt Erntezeit

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Hoffnung für die Stadtgärtner: Fragliche Flächen sind an Landwirte verpachtet.

shz.de von
erstellt am 16.Sep.2015 | 12:30 Uhr

Schenefeld | Tolles Projekt – aber nicht umsetzbar. Diesen Satz haben Jule und Henry Vickery schon viel zu oft gehört. Die Schenefelder Familie kämpft seit Jahren leidenschaftlich dafür, ihr Projekt Erntezeit auch in ihrer Heimatstadt verwirklichen zu können. Die Schenefelder sollen die Chance haben, ihr Gemüse in einem Gemeinschaftsgarten zu ernten. Urban gardening – die Stadtgärten – sind in aller Munde. In Schenefeld ist es bisher schlicht nicht gelungen, eine geeignete Fläche zu finden.

Die Vickerys wenden sich jetzt direkt an die Politik, hoffen auf Hilfe, auf Unterstützung – und eine Entscheidung. „Unser eigener Anspruch bei der Erntezeit umfasst ökologische, nachhaltige Landwirtschaft mit einer starken sozialen Komponente. Bei uns gärtnern Sozialhilfeempfänger neben Millionären, Senioren neben jungen Familien“, betonte Jule Vickery im Stadtentwicklungsausschuss.

Das Ehepaar hadert ein bisschen mit der Stadt, denn es gibt aus ihrer Sicht zwei Flächen, auf denen die Erntezeit eingeläutet werden könnte. Beide befinden sich am Holtkamp, beide befinden sich im Besitz der Stadt. Doch beide Fläche sind an Landwirte verpachtet, die eine nutzt die Stadt zudem als Ausgleichsfläche. Ein Stückchen Land für das Projekt herauszutrennen, wäre möglich – wenn die Politik das will. Die zeigte sich durchaus aufgeschlossen. Das Thema Erntezeit soll im Ausschuss auf die Tagesordnung gesetzt werden, die Stadt noch einmal alle fraglichen Flächen überprüfen. Doch laut Bauamtschef Günter Leimert liegt der Knackpunkt eher bei der benötigten Infrastruktur. Es geht um Nebenanlagen und Parkplätze im Landschaftsschutzgebiet.

1,5 Hektar Land benötigen Jule und Henry Vickery, um ihren Traum in Schenefeld zu verwirklichen. 150 Gärten könnten entstehen, die von bis zu fünf Personen genutzt werden können. „Die Pacht beträgt für einen Garten pro Saison 175 Euro“, sagt Jule Vickery. In Appen auf dem Schäferhof und in Hamburg-Fischbek läuft das Projekt zurzeit schon. Die Vickerys hoffen, dass auch für Schenefeld endlich eine Lösung gefunden wird. „Die Flächen im Besitz der Stadt sollten eine öffentliche Teilhabe ermöglichen. Genau das möchten wir mit unserem Projekt erreichen.“ Sie wollen niemandem etwas wegnehmen, auch nicht den Landwirten, die Flächen in Schenefeld seit Jahren gepachtet haben. Aber sie kämpfen um ihre Nische in der Stadt, sind ebenfalls bereit, die ortsübliche Pacht zu zahlen. „Schenefelds Bürgermeisterin findet unsere Idee toll. Wir erwarten, dass sie sich dafür einsetzt, das Projekt endlich zu realisieren.“

Die Relevanz ist für Vickery unstrittig. Denn während des zweiten Bürgerkongresses 2104 hatte CDU-Politiker Holger Lilischkis das Thema urbane Gemüsegärten angestoßen. Die Schenefelder Familie kann sich vorstellen, mit Schulen, Kitas, der Tafel und der Flüchtlingshilfe zusammenzuarbeiten. Wenn in Schenefeld geerntet wird, sollen möglichst viele Bürger davon profitieren.

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