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Schenefelder Tageblatt

21. Oktober 2017 | 20:23 Uhr

„Es waren fantastische Momente“

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

125. Geburtstag: 2013 war das Jahr der Feuerwehr – ein Gespräch mit Wehrführer Michael Schulz und Pressesprecher Helge Kudenholdt

shz.de von
erstellt am 28.Dez.2013 | 16:00 Uhr

125 Jahre Freiwillige Feuerwehr Schenefeld: 2013 war die Wehr mit einer Ausstellung und einem Aktionstag im „Stadtzentrum“, mit dem Maifeuer, dem „Tag der offenen Tür“ und dem großen Laternenumzug in der Stadt präsent. Mit mit mehr als 263 Einsätzen verzeichnete die Wehr zudem einen neuen Rekord.

Frage: Zwei große Stürme. Mehr als 263 Einsätze in einem Jahr. Rekord für Schenefelds Feuerwehr. War die Belastungsgrenze schon überschritten?
Schulz: Nein, das sehe ich nicht so. Es ist ja nicht nur die Zahl der Einsätze entscheidend. Man muss immer auch gucken, um welche Einsätze es sich gehandelt hat. Insofern war es kein außergewöhnliches Jahr für die Feuerwehr. Das Wichtigste ist, dass bisher kein Mensch zu Schaden gekommen ist.

Auffällig ist die hohe Zahl an Fehlalarmierungen, ausgelöst durch Brandmeldeanlagen Schenefelder Firmen. Nervt das nicht?
Schulz: Das nervt nicht nur. Das macht mich richtig wütend. Hier sind die Firmen in der Pflicht, die Anlagen besser zu warten. Ich kann langsam Kollegen verstehen, die die Alarmierung gar nicht mehr ernst nehmen, weil es sich immer um den gleichen Betrieb handelt. Das ist extrem gefährlich, wenn es wirklich brennt.

Was ist das größte Problem?
Schulz: Die schnelle Einsatzbereitschaft auch tagsüber zu gewährleisten. Zu viele Kameraden arbeiten nicht in Schenefeld. Sie müssen lange Anfahrtswege in Kauf nehmen.

2014 kommt die neue Drehleiter. Wie ist es um die Ausstattung der Wehr bestellt?
Schulz: Gut. Die Drehleiter ist das teuerste Fahrzeug. Wir versuchen unseren Fuhrpark sukzessive – immer in Abstimmung mit der Politik und der Stadt – zu erneuern und die Technik auf dem neusten Stand zu halten.

Viele Wehren im Kreis Pinneberg klagen über massive Nachwuchssorgen. Wie sieht es in Schenefeld aus?
Kudenholdt: Wir haben im Moment keine Sorgen. In der aktiven Wehr engagieren sich zurzeit 80 Männer und zwei Frauen. In der Jugendwehr haben wir 27 Nachwuchskräfte – davon die Hälfte Mädchen. Es gibt immer noch eine Warteliste, auch wenn sie nicht mehr so lang ist wie früher.

Werben Sie aktiv um Nachwuchs?
Kudenholdt: Wir überlassen nichts mehr dem Prinzip Zufall. Wir sind dabei, ein richtiges Marketing aufzubauen. Eine Feuerwehr muss heute eine Marke sein, ein Logo haben. Da sind wir schon Vorreiter. Wir analysieren, warum und zu welchem Zeitpunkt Kameraden sich dafür entscheiden, kürzer zu treten. Und wir überlegen uns Strategien, sie wieder in die Wehr zu integrieren. Auch ein professioneller und aktueller Internetauftritt ist heutzutage wichtig. Auch in diesem Bereich sind wir gut aufgestellt.
Was macht denn im Jahr 2013 die Faszination Feuerwehr aus?
Schulz: Menschen zu helfen. Im Team zu arbeiten. Mit Technik umzugehen.

Ist Feuerwehr für Sie ein Hobby?
Schulz: Vielleicht war das früher so. Ich würde diesen Begriff so nicht mehr verwenden. Dafür sind die Aufgaben zu komplex. Die Verantwortung zu groß.

Wie zeitintensiv ist das Engagement in der Wehr?
Kudenholdt: Die Ausbildung zum Feuerwehrmann dauert drei bis vier Jahre. Viele Lehrgänge müssen absolviert werden, manchmal auch am Wochenende. Dazu kommen die regelmäßigen Dienstabende in der Wache.

Was zeichnet einen Feuerwehrmann aus?
Kudenholdt: Teamfähigkeit.
Schulz: Verlässlichkeit.

Im Jubiläumsjahr haben Sie auf einen großen Empfang und die obligatorischen Dankesreden verzichtet. Mit zahlreichen Veranstaltungen wollten Sie eine Feuerwehr zum Anfassen und zum Mitmachen präsentieren. Haben Sie ihr Ziel erreicht?
Schulz: Beim Laternenlauf waren 2000 Menschen. Das war unvorstellbar. Ja, wir haben unser Ziel erreicht. Es gab viele fantastische Momente.
Kudenholdt: Viele Bürger haben sich bei uns für diese großartige Veranstaltung bedankt. Das war ein sehr schönes Gefühl. Das motiviert.

Was war Ihr persönliches Highlight im Jubiläumsjahr?
Schulz: Die vielen Begegnungen mit den Bürgern, vor allem auch mit Kindern.
Kudenholdt: Ganz klar, die Ausstellung im „Stadtzentrum“. Die zuständige Arbeitsgruppe hat unglaublich viel Arbeit in dieses Projekt gesteckt, um die Schaubilder so realitätsnah wie möglich wirken zu lassen. Die Reaktionen waren sehr positiv.

Was nehmen Sie mit ins 126. Jahr?
Schulz: Dass ein situativer Führungsstil ankommt. Wir haben ein tolles Team, das eigenverantwortlich arbeitet.
Kudenholdt: Dass es sich lohnt, sich in der Schenefelder Feuerwehr zu engagieren.

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