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Schenefelder Tageblatt

20. November 2017 | 20:26 Uhr

„Es ist einfach ein gefährlicher Job“

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

nach dem Baustellenunfall Kai-Uwe Schacht, Leiter der Niederlassung Itzehoe des LBV, erläutert Sicherheitsvorkehrungen

shz.de von
erstellt am 06.Mai.2017 | 16:55 Uhr

Schock in Schenefeld: Am Donnerstag ist ein Arbeiter (26) auf der Baustelle der Landesstraße Schenefeld Elmshorn (LSE) von einem Baustellenfahrzeug überrollt worden. Der Mann starb an der Unfallstelle.


Derzeit saniert der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV) einen 2,3 Kilometer langen Abschnitt zwischen der Luninez-Brücke und der Abfahrt zur Halstenbeker/Dockenhudener Chaussee. Die Bauarbeiten werden sich planmäßig bis zum 28.    Juli hinziehen. Kai-Uwe Schacht (Foto), Leiter der Niederlassung Itzehoe des LBV, zeigte sich gestern im Gespräch mit unserer Zeitung bestürzt von dem Vorfall am Donnerstag.

Wie kam es zu dem tragischen Unfall am Donnerstag?
Kai-Uwe Schacht: Den schrecklichen Unfall auf der Baustelle in Schenefeld bedauern wir als Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein außerordentlich. Es tut uns allen sehr sehr leid. Laut Polizei befand sich der Verunglückte auf der Laderampe eines Baustellenfahrzeugs, welches im Bereich der Baustelle rückwärts geführt wurde. Nach bisherigen Erkenntnissen fiel der 26-Jährige bei einem kurzzeitigen Abbremsen des Fahrzeugs in Fahrtrichtung von der Laderampe und wurde anschließend vom Fahrzeug erfasst und überrollt. Er erlag noch am Unfallort seinen schweren Verletzungen.


Wie häufig kommt es zu derartigen Unfällen?
Zum Glück sehr, sehr selten. Seit ich 2006 die Leitung der Niederlassung übernommen habe, kann ich mich an keinen tödlichen Bauunfall in unserem Bauamtsbereich erinnern. Dieser Unfall gestern ist der erste Bauunfall mit leider tödlichem Ausgang.

Gibt es Möglichkeiten seitens Ihrer Behörde, solch schlimme Unfälle zu vermeiden? Zum Beispiel Sicherheitsmaßnahmen?
Grundsätzlich denke ich, dass die Abwicklung der vom LBV Schleswig-Holstein beauftragten Baustellen auf einem sehr hohen Sicherheitsniveau erfolgt. Das zeigt auch die sehr geringe Zahl von Unfällen. Der LBV Schleswig-Holstein kommt seiner sicherheitstechnischen Verantwortung insbesondere auch dadurch nach, dass neben der eigenen örtlichen Bauüberwachung auf den Baustellen auch zusätzlich externe Sicherheits- und Gesundheits-Koordinatoren eingesetzt werden, die sich speziell um Fragen der Sicherheit und des Arbeitsschutzes auf der Baustelle kümmern. Unabhängig davon wickelt der Auftragnehmer die Bauarbeiten eigenverantwortlich ab. Durch die Routine können sich leider Fehler einschleichen. Alle Risiken kann man nicht zu 100 Prozent ausmerzen. Es ist einfach ein gefährlicher Job. Dabei bleibt es.




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