„Es gibt zu viel Egoismus in der Politik“

Seit zwei Jahren repräsentiert Alexander Hoffmann als Vorsitzender des KJB die Kinder und Jugendlichen in Schenefeld.
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Seit zwei Jahren repräsentiert Alexander Hoffmann als Vorsitzender des KJB die Kinder und Jugendlichen in Schenefeld.

Interview Alexander Hoffmann tritt bei der nächsten Wahl als Vorsitzender des Kinder- und Jugendbeirats nicht mehr an

shz.de von
28. Dezember 2017, 16:58 Uhr

Es war das letzte Jahr für den Schenefelder Vorsitzenden des Kinder- und Jugendbeirats (KJB) Alexander Hoffmann. Im Frühjahr stehen die Wahlen an. Dann tritt der 18-Jährige nicht mehr an. Durch das Abitur bleibt zu wenig Zeit für sein jugendpolitisches Engagement. Im Gespräch mit unserer Zeitung berichtet er von gelungenen Projekten, Wünschen und der Suche nach neuen Kandidaten für den Beirat.

Frage: Welche Projekte hattet Ihr dieses Jahr?
Alexander Hoffmann: Neben kleineren Projekten wie KJBurger und Beteiligungen an Veranstaltungen wie dem Mitternachtsbasketballturnier war das vor allem „Schenefeld Rockx“, ein Konzert von Schülern für Schülerbands und Jugendbands organisiert, mit bunt durchmischtem Publikum.


Was war dein persönliches Highlight 2017?
Mein persönliches Highlight war definitiv „Schenefeld Rockx“. Als Justus Mai, Malte Westphal und ich vor drei Jahren mit den Planungen für das erste „Schenefeld Rockx“ begonnen haben, hätten wir uns niemals träumen lassen, dass wir jetzt, drei Jahre später dort sind, wo wir jetzt stehen. Es ist uns gelungen, mit „Schenefeld Rockx“ ein Konzert ins Leben zu rufen, mit dem wir technisch definitiv ganz vorne bei den Jugendkonzerten im Kreis Pinneberg stehen dürften.


In welchen Bereichen hat der Kinder- und Jugendbeirat in diesem Jahr besonders stark mitgemischt?
Die größte Stärke des Kinder- und Jugendbeirates Schenefeld sind definitiv seine Veranstaltungen. Das Hauptinteresse der Schenefelder Jugendlichen lag dieses Jahr insbesondere bei der Renovierung des Schulzentrums, weshalb wir in stetigem Kontakt mit der Schülervertretung sind, und dem Versuch, die Meinung der Jugendlichen zu den entsprechenden Themen deutlich zu machen. Auch die Stadtkernentwicklung ist natürlich ein Thema, bei welchem wir nach wie vor mitwirken.


Welche Projekte stehen 2018 an?
Eine genaue Planung für 2018 gibt es noch nicht. Das liegt vor allem daran, dass der Jugendbeirat im Mai neu gewählt wird und wir natürlich abwägen müssen, was in den verbleibenden vier Monaten noch machbar ist.

Wie sieht deine Planung für das Jahr 2018 bisher aus?
Ich werde aller Voraussicht nach Ende Juni mein Abitur in der Hand halten können. Ich werde mir nach der Schule ein Jahr frei nehmen, um die Welt ein bisschen zu bereisen und so viele Eindrücke wie möglich zu sammeln, bevor ich dann nach Deutschland zum Studieren zurückkehre. Dass ich aber, sobald ich wieder zurück bin, mich politisch engagieren werde, steht für mich außer Frage.

Im Mai stehen Neuwahlen an. Habt Ihr schon genug neue Kandidaten gefunden?
Bewerbungen gibt es noch keine, da das offizielle Bewerbungsverfahren noch nicht eröffnet ist. Wir wissen jedoch schon von einigen Interessenten, haben aber natürlich keine verlässlichen Zahlen. Momentan erörtern wir innerhalb des Beirates, auf welche Art wir für die Wahlen werben wollen. Grundsätzlich gilt: Wer Interesse hat beim nächsten Kinder- und Jugendbeirat mitzumachen, kann uns jederzeit kontaktieren, per E-Mail, auf Facebook und Instagram oder uns natürlich persönlich ansprechen.


Was ist für den künftigen Beirat noch zu tun?
Eine große Hoffnung von uns ist natürlich, dass „Schenefeld Rockx“ weitergeführt werden kann. Aber auch politisch wird es interessant. Die Modernisierung des Schulzentrums, die Entwicklung des Stadtkerns oder natürlich eigene politische Ideen werden auf der Agenda des neuen Beirates stehen.

Du bist seit 2014 im Beirat aktiv, seit zwei Jahren Vorsitzender. Wieso hast du dich so lange engagiert?
Seitdem ich gemerkt habe, wieviel Spaß es macht, selbst mitzugestalten, habe ich mich immer mehr für Politik und damit verbunden auch für die Wirtschaft und Gesellschaft interessiert. Ich glaube, dass ich behaupten kann, dass dieses Interesse auch zu einem wesentlichen Merkmal meiner Persönlichkeit geworden ist. Ich schreibe mein Abitur im Fach Wirtschaft und Politik und bin neben meinem Amt als Vorsitzender des Kinder- und Jugendbeirates und meinem Posten als Schülersprecher auch Mitglied im Landesvorstand der Schülervertretungen Schleswig-Holsteins. Wenn ich ehrlich sein darf, werde ich ab Mai das Ganze wahrscheinlich auch ziemlich vermissen, weil ich viele großartige Menschen sowohl in der Politik, als auch in all den verschiedenen Vereinen und Institutionen Schenefelds kennenlernen durfte und mit diesen zusammenarbeiten konnte.

Wirst du gut unterstützt von den anderen Mitgliedern?
Ich glaube, ich würde von den anderen gelyncht werden wenn ich jetzt nein sage. Nein, Spaß beiseite, die Unterstützung untereinander ist bei uns echt großartig.


Wie verbringst du Silvester?
Über Silvester bin ich im Skiurlaub in Sölden, Österreich. Das ist übrigens weniger „schickimicki“ als man denkt und hat echt ein krasses Skigebiet.


Was wünschst du dir für das neue Jahr?
Gesundheit und Glück. Wenn ich utopisch sein darf, dass wir als Gesellschaft toleranter, in der Politik wieder sozialer und gemeinschaftlicher denken. Auf kommunaler Ebene funktioniert das mit dem gemeinschaftlichen Denken ja noch ganz gut, aber auf Bundesebene oder weltpolitisch betrachtet ist mir persönlich einfach viel zu viel Egoismus im Spiel. Wir könnten viele Probleme vermeiden, wenn wir an unsere Umwelt, all die anderen Menschen, die es in diesem Land und auf dieser Welt gibt, oder aber auch die Natur und unseren Planeten denken würden. Das mag jetzt ein bisschen großspurig für einen Schüler klingen, aber ich glaube, dass wir das so oft wiederholen müssen, bis wir es selbst verinnerlicht und andere erreicht haben, sonst wird das wohl für immer eine Utopie bleiben. Und natürlich wünsche ich mir persönlich, dass ich meine Freunde und Familie behalte und meine Ziele erreiche.>

kjb-schenefeld@gmx.de


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