zur Navigation springen

Schenefeld : „Es geht nur gegen meine Person“

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Nach Streit im Rat: JUKS-Chef Kurt Krauß prüft rechtliche Schritte gegen Politiker.

shz.de von
erstellt am 03.Feb.2014 | 16:00 Uhr

Nichts half: Nicht die Bitte von Ingrid Pöhland (SPD), dem JUKS eine „Chance zu geben“. Nicht der Wunsch von Michael Behrens (Grüne), eine möglichst „breite Zustimmung“ für das JUKS“ zu bekommen. Nicht der Appell von Niels Wieruch (SPD), „die Vorbehalte abzulegen und das JUKS in Ruhe arbeiten zu lassen.“ Nein. Zwölfmal Nein. CDU, FDP und OfS wollen nicht, dass das Jugend- und Kommunikationszentrum Schenefeld unter der Leitung von Kurt Krauß in Zukunft die Kulturveranstaltungen im Forum organisiert. Die Abgeordneten stimmten gegen die eigene städtische Einrichtung. Den Zuschlag erhielt sie trotzdem. Denn SPD und Grüne votierten geschlossen für das JUKS als neuen Kulturpartner.

Die Entscheidung wurde überlagert von einer Debatte, die teilweise an eine Schlammschlacht erinnerte. CDU-Mitglied Hannelore Buchner-Müller verlas gleich zu Beginn eine zweiseitige Erklärung von Dietrich Osten (OfS), der aus gesundheitlichen Gründen nicht selbst erscheinen konnte. Cholerisch, unfähig, ein Risiko für den Theaterbetrieb: Osten griff JUKS-Chef Krauß auch persönlich an. Das JUKS sei ein „Billiganbieter“. SPD und Grüne waren empört.

Aber auch die CDU nahm das JUKS und Krauß ins Visier. Fraktionschef Hans-Jürgen Rüpcke bezeichnete den „Kulturbeauftragten als schwierigen Gesprächspartner für die Schulen“. Fraktionskollege Klaus Brüning warf SPD und Grünen vor, mit ihrem Antrag pro JUKS „langfristig an den Grundfesten der Einrichtung zu rütteln“. Das verstanden nicht wenige Besucher und Politiker als offene Drohung gegen das JUKS. Auch die Qualität der vom JUKS geplanten Kultur-Veranstaltungen wurde ganz offen in Zweifel gezogen. CDU-Ratsherr Dr. Rainer Sempell warf Krauß vor, die offene Jugendarbeit zu vernachlässigen, wenn er zusätzlich Kultur machen möchte. „Dann zieht Krauß sich in sein Refugium zurück.“

Bürgermeisterin Christiane Küchenhof (SPD) zeigte sich noch während der Sitzung entsetzt über die Personifizierung. „Das ist beleidigend und keine angemessene Art und Weise, um zu diskutieren.“

Krauß kündigte gestern an, die Angriffe auf seine Person juristisch prüfen zu lassen. „Hier geht es nicht mehr um die Sache, sondern um eine Aversion gegen meine Person.“ Grenzen seien eindeutig überschritten worden. Vor diesem Hintergrund spielte das knappe Abstimmungsergebnis für Krauß gar keine Rolle mehr. Grünen-Fraktionschef Mathias Schmitz sprach von einer „Diffamierung der übelsten Sorte“. Das sei ein klares Misstrauensvotum gegen das JUKS gewesen. „Ich habe die Befürchtung, dass Herr Krauß sein Angebot noch zurückziehen könnte.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen