Erst einmal keine zehn Ladesäulen

E-Mobilität SPD scheitert mit Antrag zur Prüfung weiterer Stationen / Energieausschuss soll sich mit dem Thema befassen

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25. März 2017, 16:12 Uhr

Für eine ausführliche Diskussion hat ein Antrag der SPD während der Ratsversammlung am Donnerstagabend im Schenefelder Ratssaal gesorgt. Die Sozialdemokraten wollten die Verwaltung, den Ausschuss für Energie sowie den Ausschuss für Stadtentwicklung und den Bauausschuss gemeinsam ein Konzept erarbeiten lassen, um den Bedarf für bis zu zehn neue Ladestationen für Elektro-Autos in Schenefeld prüfen zu lassen.

Begründet wurde der Antrag von der SPD damit, dass die Zukunft der Mobilität gezwungenermaßen ohne fossile Brennstoffe organisiert werden müsse. „Deshalb lautet eine zentrale Herausforderung für die Sicherung der Mobilität, effizienten und alternativen Antriebsformen und Kraftstoffen zum Durchbruch zu verhelfen.“ Das betonte auch SPD-Fraktionschef Niels Wierich, als er das Vorhaben erläuterte. Man dürfe in diesem Fall „nicht nur auf die Kosten achten“. Die SPD habe sich über die Auslastung der seit Oktober 2016 bestehenden E-Ladestation am „Stadtzentrum“ bei dem Betreiber „HansE“ informiert. „Die läuft besser als erwartet, und besser als der Hamburger Durchschnitt.“ Abzüglich der Förderprogramme des Bundes würde die Stadt eine neue Ladestation laut Wieruch 3400    Euro kosten. Eine Schnellladestation kostet demnach 16  000 Euro.

Auf viel Gegenliebe stieß der Antrag nicht. Besonders die Notwendigkeit von zehn Ladestationen für Schenefeld wurde infrage gestellt. Jochen Ziehmann, Vorsitzender des Energieausschusses (Grüne), begrüßte zwar das Ansinnen, moderne Energieformen zu unterstützen. Allerdings sei dies ein Thema für Stadtwerke. Die Wirtschaftlichkeit müsse kritisch abgewogen werden.

Mathias Schmitz (Grüne) fand es gut, dass die Debatte angestoßen wurde. Er sieht aber zunächst die Bundesregierung in der Pflicht, Ladestationen an den Autobahenn und stark befahrenen Strecken zu schaffen. Schmitz befand die beiden Schenefelder Stationen für zunächst ausreichend. „Wir können uns Zeit lassen, bis die grobe Infrastruktur steht“, sagte der Grünen-Chef.

Wieruch erwiderte, es gehe nicht darum, zehn Ladestationen, sondern generell mehrere Standorte zu prüfen. Erst nach dem Konzept sei klar, wie viele es werden sollen. Es gehe darum, sich erst mal „gemeinsam mit einem Konzept auf den Weg zu machen“. Sollten es nur zwei werden, oder der Bedarf fehlen, sei dies auch eine Option.

Rainer Sempell (CDU) konterte: „Für zwei Ladestationen benötigt man kein Konzept. Wir müssen nicht die Ersten sein.“ Tobias Löffler (CDU) ergänzte, dass die Stadt sich zunächst auf die drängenden Themen wie Schulsanierung und Stadtkernentwicklung konzentrieren sollte.

Am Ende wurde der Antrag mehrheitlich abgeschmettert. Ein Antrag von Schmitz fand indes eine Mehrheit: Mit dem Thema E-Mobilität und deren Fördermöglichkeiten soll sich nun der Energieausschuss auseinandersetzen.

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