Er kümmert sich um die Flüchtlinge

Detlef Lemke (48 ) hat Sozialwissenschaften studiert.
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Detlef Lemke (48 ) hat Sozialwissenschaften studiert.

Der Pinneberger Detlef Lemke ist als Koordinator für die Stadt Schenefeld im Einsatz / Netzwerk soll aufgebaut werden

shz.de von
23. Mai 2015, 16:32 Uhr

Erst mal gucken, langsam einarbeiten? Keine Chance. Ein Kind ist schwer krank, muss ins Krankenhaus nach Hamburg. Ein Fahrer wird benötigt und ein Dolmetscher. Detlef Lemke wurde quasi am ersten Tag ins kalte Wasser geschmissen und musste los schwimmen. Denn die Flüchtlinge sind längst da – und es werden immer mehr.

Seit dem 30. März ist Lemke der neue Koordinator für Flüchtlinge in der Stadt Schenefeld. Eine halbe Stelle, hauptamtlich, wurde geschaffen, um der großen Herausforderung gerecht zu werden. „Wir haben es zum Glück geschafft, die Stelle kurzfristig zu besetzen“, sagt Schenefelds Bürgermeisterin Christiane Küchenhof. Der 48-Jährige hat sein Büro im Rathaus, soll als Hauptansprechpartner für die Flüchtlinge fungieren und die Arbeit der ehrenamtlichen Helfer koordinieren. „Es geht darum, ein Netzwerk aufzubauen“, betont Sozialamtschef Axel Hedergott.

Die Stadt möchte eine Willkommenskultur etablieren, den Flüchtlingen die bestmöglichen Startbedingungen in der ihnen völlig fremden Welt bieten. 76 ehrenamtliche Helfer stehen bereit.

Lemke spricht von einer spannenden Aufgabe, auf die er „richtig Lust hat“. Der Familienvater hat Sozialwissenschaften studiert, in der Vergangenheit unter anderem in Hamburg in einer psychosozialen Beratungsstelle gearbeitet. „Dort habe ich viele wichtige Erfahrungen gesammelt unter anderem auch mit traumatisierten Flüchtlingen gearbeitet“, sagt Lemke. In Schenefeld hat er sich schnell einen Überblick über die Situation verschafft, die Wohnungen besucht, in denen beispielsweise die Menschen aus Syrien und Afghanistan untergebracht werden. „Ich schaue mir an, wo der Schuh drückt“, sagt der Neue im Rathaus.

90 Flüchtlinge hat Schenefeld bisher aufgenommen. Die Zahl wird sich laut Hedergott in den kommenden Monaten noch deutlich erhöhen. Auf Lemke kommt viel Arbeit zu. Küchenhof schwebt ein Flüchtlings-Café im Juks vor, Sprachkurse sollen angeboten werden. 19,5 Wochenstunden: Drei Tage pro Woche ist Lemke im Einsatz. Sein Vertrag ist zunächst auf drei Jahre befristet. Dann muss die Politik entscheiden, ob und wie es weiter geht. Lemke ist in Schenefeld schon angekommen – die Flüchtlinge werden das ganz schnell merken.

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