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Paulskirchengemeinde in Schenefeld : Er ist der neue Pastor

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Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

„Akzeptanz und Offenheit sind für mich unverzichtbar“ - Siaquijah Davis arbeitet in der Paulskirchengemeinde.

shz.de von
erstellt am 19.Nov.2015 | 00:33 Uhr

Schenefeld | Pastor Siaquijah Davis ist in seinem Leben dem Tod so manches Mal von der Schippe gesprungen. Er überlebte den grausamen Bürgerkrieg in seiner Heimat Liberia. Auch als die tödliche Seuche Ebola in seiner Region noch wütete, kehrte er nach dem dortigen Besuch von Mutter und Verwandten unversehrt zurück. Siaquijah Davis ist der neue Pastor der Paulskirchengemeinde und damit der Nachfolger von Paul Otterstein, der vor wenigen Tagen in den Ruhestand verabschiedet worden war.

Davis lebt mit Frau und vier Kindern in Othmarschen. „Ich habe zurzeit eine 150 Prozent Stelle“, scherzt der in Westafrika geborene Davis. Er übernahm in Schenefeld eine halbe Stelle. „Für meinen Sohn Samuel, ein Monat, die Zwillinge Joshua und Elias, dreieinhalb, und die erwachsene Tochter Persis bin ich häufig zu hundert Prozent da“, scherzt er. Davis’ Ehefrau Katharina ist ebenfalls Pastorin an der Christuskirche in Othmarschen und befindet sich zurzeit in Elternzeit.

„Ich finde es toll, dass ich als Pastor in Schenefeld beginnen kann“, sagt der Theologe. Es seien in der Gemeinde alle Altersgruppen vertreten. Die Gottesdienste in der Paulskirchengemeinde empfindet er als sehr abwechslungsreich. Es sind besonders die zahlreichen ehrenamtlich Tätigen sowie das reichhaltige Musikangebot der Gemeinde, die Davis „außerordentlich positiv“ auffielen. Was die Zukunft betrifft, freut er sich auf eine intensive Auseinandersetzung mit den Konfirmanden. „Es ist wichtig, dass die jungen Menschen in unserer Gemeinde bleiben, weil sie für die weitere Entwicklung der Kirchen eine bedeutende Rolle spielen“, erläutert Davis. Es liegt ihm viel an einer durch gegenseitige Akzeptanz, Kommunikation und Offenheit geprägten Beziehung. Dem Pastor ist es wichtig, das „in der Gemeinde Gewachsene zu bewahren“. Er freut sich auf die Zusammenarbeit mit ehren- und hauptamtlichen Mitgliedern. „Eine große Stärke der Gemeinde liegt in der Teamarbeit“, lobt der neue Pastor, der seine Tätigkeit nach eigenen Angaben „voller Herzblut“ ausübt. Der ursprünglich auf Physik und Mathematik fixierte junge Mann entschied sich für den Beruf des Theologen erst nach einem sogenannten Schlüsselerlebnis im Gottesdienst.

Davis bezeichnet sich selbst als heimatverbunden. Zwei bis dreimal im Jahr besucht er seine Mutter, sechs Schwestern und Freunde. Davis arbeitete nach seinem Studium im Jahr 2002 in der lutherisch-evangelischen Kirche in Liberia. Während seines vierjährigen Vikariats war er vier Jahre in zwei Gemeinden tätig. Zwei Jahre lang arbeitete er als Pastor in der Nähe der Hauptstadt Monrovia. Weitere Aufbaustudiengänge in Ökumenischer Theologie in der Nähe von Genf sowie ein Masterstudiengang Theologie in Birmingham folgten. Er lebt seit 2009 in Deutschland. Bis Oktober 2014 war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter der theologischen Fakultät der Uni Rostock tätig.

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