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Eberts in Schenefeld : Er hält die Dino-Disco am Leben

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Vom Möbelladen zum Tanztempel: Wolfgang Müller etablierte eine Institution im Schenefelder Nachtleben. Jetzt wird das Eberts 25 Jahre alt.

In Wedel, Pinneberg, Quickborn und Elmshorn mussten Diskotheken in den vergangenen Jahren schließen. Das Eberts in Schenefeld hat überlebt, feiert am Sonnabend mit einer großen Party den 25.  Geburtstag. „Wir sind der Dino unter den Diskotheken“, sagt Wolfgang Müller. Das Eberts ist sein Baby. Er hat es 1988 gemeinsam mit seinem damaligen Partner Jürgen Cherk auf die Welt gebracht. 600 000 Mark haben die beiden investiert, um aus dem ehemaligen Möbelhaus an der Friedrich-Ebert-Allee eine Disco zu machen. „Als wir das erste Mal öffneten, standen 300 Gäste vor der Tür“, erinnert sich Müller an die Stunde Null. Der erste Song: Der „Boss“ schmetterte „Born in the USA.“ Müller hat nichts vergessen. „Das Eberts war immer rappelvoll“, sagt der 62-Jährige.

Heute kämpft auch Müller um jeden Gast. „Der Markt ist unheimlich hart.“ Beach-Clubs, Stadtfeste und Veranstaltungen an fast jedem Wochenende – das bekommt auch das Eberts zu spüren, das Besucher aus ganz Hamburg, aus dem Kreis, aber auch aus Stade, Lüneburg und Itzehoe anlockt.

Müller hält sich über Wasser. Sein Erfolgsgeheimnis liegt in der Vergangenheit. „Vielleicht war ich damals der Einäugige unter den Blinden.“ Müller hatte das Eberts von Anfang an nicht als Jugend-Disco konzipiert. Hier feierten schon Personen jenseits der 30, als es den Begriff „Ü-30-Party“ noch gar nicht gab. Heute liegt das Durchschnittsalter der Gäste bei Anfang 40.

Müller, der in Uetersen lebt, hatte aber auch immer ein Gespür für den „Nightlife“-Zeitgeist. Stillstand gab es bei ihm nicht. Fast zehn Jahre lang sorgten Live-Bands im Eberts für Stimmung und Umsatz. Dann brach die DJ-Zeit an. Müller investierte, baute mehrfach – zuletzt 2004 – um. Im Außenbereich entstand ein Chill-up-Club ohne Beach, dafür mit Kinderplanschbecken. Eine Sportsbar kam hinzu. Er holte HSV-Stars wie Rafael van der Vaart zur Talkrunde in seine Disco.

Früher waren auch Promis wie Jürgen Drews im Eberts. Der NDR drehte in der Disco. Carlo von Tiedemann moderierte, Frank Zander sang. Alte Zeiten.

Professionelles Marketing: Auf diese Karte setzte Müller vom ersten Tag an. Er hat das Eberts als „Hamburger KultDisco“ etabliert, bespielt das Internet genauso aktiv wie Facebook. Die größte Konkurrenz? Da muss der vierfache Familienvater keine Sekunde überlegen. „Der Kiez. Wir sind 300 Meter von der Hamburger Stadtgrenze entfernt.“ Der Standort: Fluch und Segen zugleich.

„Nightlife“ wird es immer geben, davon ist Müller überzeugt. „Die moderne Disco ist doch nur die Fortsetzung des Lagerfeuers aus der Steinzeit.“ Feiern, Flirten, Tanzen: Müller hat immer noch Vergnügen daran, seinen Gästen das Nachtleben zu versüßen. Am Sonnabend ist er wieder vor Ort in seinem Eberts – wie in den vergangenen 25 Jahren.

 

 

 

 

 

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erstellt am 13.Sep.2013 | 12:00 Uhr

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