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Energieeffiziente Musterkommune : Energiesparen kostet Geld

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

CDU fordert einen Finanzplan. Bei Gebäuden könnte die Stadt bis zu 260.000 Euro im Jahr sparen.

Schenefeld | „Wir müssen so viel Energie wie möglich sparen und dabei so wenig Geld wie möglich ausgeben.“ CDU-Fraktionschef Hans-Jürgen Rüpcke brachte auf den Punkt, was da auf Schenefeld in den kommenden Jahren zukommt. Eine Mammutaufgabe.

Für Deutschlands energieeffiziente Musterkommune liegt der Energiebericht auf dem Tisch. Cornelia Schuch vom Projektpartner Deutsche Energie Agentur (Dena) sprach von einem „ersten Meilenstein“, als sie die Ergebnisse am Dienstagabend im Energieausschuss erläuterte.

Die nächsten „Meilensteine“ – konkrete Projekte, um den Energieverbrauch und den Kohlendioxidausstoß zu senken – kosten Geld. Rüpcke forderte schon jetzt einen Finanzplan und Einsparvorschläge. „Kredite werden sich nicht rechnen“, mahnte der CDU-Abgeordnete. Jochen Ziemann (Grüne) widersprach: „Investitionen rechnen sich. Wir müssen nur einmal das Geld aufbringen.“

Eine Zahl ließ die Politiker aufhorchen: Bei den städtischen Gebäuden liegt das Einsparpotenzial bei zirka 260.000 Euro im Jahr. Die Liegenschaften – da will, nein, da muss die Stadt ran. Die 40 Gebäude sind die größten Energieverbraucher im Einflussbereich der Stadt. Die Energiekosten liegen pro Jahr bei 736.000 Euro. Insgesamt hat Schenefeld Energiekosten in Höhe von einer Million Euro.

Wie groß der Handlungsbedarf ist, legte der Energiebericht offen. Der Heizenergieverbrauch weicht um 36 Prozent, der Elektroenergieverbrauch gar um 43 Prozent von den ermittelten Durchschnittswerten ab.

Die Dena hat auch die „Problemgebäude“ ermittelt. Dazu zählen vor allem das JUKS, die Gorch-Fock-Schule mit Turn- und Schwimmhalle, das Bürgerbüro und zwei städtische Notunterkünfte. Auch das Schulzentrum gehört zu den größten Energieschluckern. Laut Energiebericht könnten die Kosten dort von zurzeit 270.000 Euro im Jahr auf zirka 170.000 Euro gesenkt werden.

Der zweitgrößte Energieverbraucher für die Stadt ist die Straßenbeleuchtung. Die 2044 Lampen verbrauchen pro Jahr 922 Megawattstunden und kosten Schenefeld 202.000 Euro. Im Vergleich liegt der Verbrauch um 47 Prozent über dem Durchschnittswert.

Doch in diesem Punkt hat Schenefeld schon längst die Initiative ergriffen und kreisweit eine Vorreiterrolle übernommen. Mehr als 1000 alte Quecksilberdampflampen werden gegen moderne und energiesparende LED-Leuchten bis Ende des Jahres ausgetauscht. Die Investitionskosten lagen bei zirka einer Million Euro. Die Stadt hat dabei von Zuschüssen des Bundes profitiert. Laut Energiebericht kann Schenefeld bei der Beleuchtung zirka 72.000 Euro pro Jahr einsparen.

Beim Thema Verkehr hat auch der Energiebericht keine konkreten Einsparpotenziale aufgezeigt. Die Mobilität der 118 Mitarbeiter und die Fahrzeuge des Bauhofs wurden untersucht. Dena-Mitarbeiterin Schuch betonte, dass das Thema Verkehr aber „öffentlichkeitswirksam genutzt werden könne“, um auch Unternehmen und Bürger zu sensibilisieren.

Von 2015 bis 2017 muss Schenefeld Maßnahmen ergreifen, um den Energieverbrauch zu senken und den Kohlendioxidausstoß zu verringern. Am Ende steht die Zertifizierung als energieeffiziente Kommune. Zum Durchatmen bleibt wenig Zeit. Die eingerichtete Arbeitsgruppe wird Ideen sammeln und dann einen Maßnahmenkatalog samt Prioritätenliste präsentieren.

Remseck und Magdeburg – die anderen beiden Musterkommunen – wollen vier beziehungsweise fünf Prozent ihres Energieverbrauchs einsparen. Ein konkretes Ziel hat Schenefeld noch nicht formuliert. Am Ende ist es wohl eine Frage des Geldes.

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