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Kreis Pinneberg : Energieausweis: Vorsicht vor Telefon-Abzocke

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Die Verbraucherzentrale warnt vor einer neuen Masche. Eine Firma soll Bürger unter Druck setzen.

shz.de von
erstellt am 29.Aug.2014 | 19:00 Uhr

Schenefeld | Die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein schlägt Alarm. Nach ihren Erkenntnissen zockt das Unternehmen Özkan Energiemarketing EF Verbraucher ab. Mit einer neuen Telefon-Masche. Es geht um den Verkauf von Energieausweisen für Häuser und Wohnungen. Das Unternehmen mit Sitz in der Schweiz ist bereits in mehreren Bundesländern, unter anderem auch in Hamburg, aktiv gewesen.

Die Gaunerei: Die Anrufer behaupten, dass mit Inkrafttreten der neuen Energieeinsparverordnung ein Energieausweis für alle Haushalte gesetzlich verpflichtend sei. Und sie haben am Telefon gleich ein Angebot parat. Stimmt der Verbraucher zu, erhält er kurze Zeit später eine Auftragsbestätigung und eine Zahlungsaufforderung über 99,90 Euro – zahlbar innerhalb von fünf Tagen. Das Schreiben der Özkan Energiemarketing EF weist als Absender eine Adresse in Berlin auf. Bei Rückfragen soll ein Sachbearbeiter per Telefon erreichbar sein. Unter der angegebenen Hotline-Nummer ist aber niemand zu erreichen.

Die Abzocke: Die Behauptung, dass nach einer Gesetzesänderung jeder Haushalt einen Energieausweis vorweisen muss, ist falsch. „Nur Immobilienbesitzer, die ein Haus verkaufen oder eine Wohnung vermieten wollen, müssen sich einen ausstellen lassen. Und ein Energieausweis sollte keinesfalls auf die Schnelle telefonisch beantragt werden“, betont Carina Vogel von der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein. Özkan würde unter Vorspielen falscher Tatsachen die Verbraucher unter Druck setzen.

Der Rat: Betroffene sollten nicht auf das Angebot eingehen und das erste Telefongespräch möglichst schnell beenden. Vogel: „Keinesfalls sollten Sie den geforderten Geldbetrag von rund 100 Euro überweisen – auch nicht, wenn Sie das Angebot unterzeichnet haben. In diesem Fall empfehlen wir, den angeblich geschlossenen Vertrag wegen arglistiger Täuschung anzufechten und der Forderung zu widersprechen.“ Zudem könne es sinnvoll sein, zusätzlich vom vierzehntägigen Widerrufsrecht Gebrauch zu machen. Laut Verbraucherzentrale ist das dubiose Unternehmen im großen Stil tätig. „Es werden Energieausweise verkauft, die die Bürger gar nicht gebrauchen können.“

Wer sich über die verschiedenen Qualitäten von Energieausweisen informieren möchte – es gibt Bedarfs- und Verbrauchsausweise – sollte die Energieberatung der Verbraucherzentrale in Anspruch nehmen. In Schenefeld gibt es regelmäßige Sprechstunden.

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