Schenefeld : Eine Seniorin kämpft gegen die Parkgebühren

Brigitte Klode ist im Streik.
Brigitte Klode ist im Streik.

Die Schenefelderin ist sauer auf die Regeln am „Stadtzentrum“.

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08. Juni 2015, 10:00 Uhr

Schenefeld | „Ich bin im Streik“, sagt Brigitte Klode, nachdem sie von ihrem Fahrrad gestiegen ist. Die 62 Jahre alte Schenefelderin ist weder bei der Bahn, noch bei der Post oder Erzieherin. Sie boykottiert das Parkhaus am „Stadtzentrum“ Schenefeld. „Ich sehe nicht ein, dass ich nach einer Stunde zahlen soll, wenn ich einkaufe oder etwas verzehre“, sagt Klode. Die erste Stunde können Kunden des Einkaufszentrums kostenlos parken. Danach werden sie zur Kasse gebeten.

Anfang des Jahres war die freie Parkzeit von zwei Stunden halbiert worden. Seitdem fahre Klode nur noch mit dem Rad oder ihrer Saxonette zum Einkaufszentrum. „Ich bin ja schon faul, aber damit geht es“, sagt sie. Und die Einkäufe? „Ich habe zwei große Satteltaschen. Da passt alles rein“, sagt die 62-Jährige.

Doch um die Einkäufe geht es bei ihrem Protest nicht. Einmal im Monat trifft sie sich mit ihrem Kegelklub „Die fröhlichen Hasen“ zum Frühstücken im Einkaufszentrum. Bis zu 20 Personen sind dabei. „Wir sehen es gar nicht ein, dass wir beim Frühstücken oder Einkaufen auf die Uhr sehen müssen, wann die kostenlose Stunde um ist“, sagt Klode. Beim Bummeln sei es etwas anderes. „Dann zahle ich auch gern meinen Euro fürs Parken.“ Seit mehr als zehn Jahren kehren die Kegler einmal im Monat im „Stadtzentrum“ ein. Ein anderer Ort ist kein Thema. „Uns gefällt es hier“, sagt Klode.

Viele ihrer Kegelfreunde seien auf das Auto angewiesen. „Ich bin mit 62 das Küken in der Runde. Die meisten sind über 70 Jahre alt und können nicht einfach mit dem Rad kommen“, sagt Klode.

Die Seniorin habe sich an das Center-Management gewandt. Dort sei sie direkt am Empfang abgewiesen worden. „Man zeigte wenig Interesse und hat mich direkt an den neuen Betreiber verwiesen.“ Also übergab Klode das Schreiben an die Mitarbeiter in der Tiefgarage. Eine Antwort habe sie von Apcoa Parking jedoch nicht erhalten. „Bei mir persönlich ist nichts eingegangen. Sonst hätte ich es beantwortet“, versichert Corina Schomaker, Center-Managerin des „Stadtzentrums“, auf Anfrage dieser Zeitung.

„Man wirbt immer mit Kundenfreundlichkeit, aber das ist für uns nicht kundenfreundlich“, sagt Klode. Ihr Wunsch: Die Möglichkeit, das Parkticket abstempeln zu lassen, wenn sie etwas einkauft oder verzehrt. „Diese Möglichkeit gibt es bereits“, erläuterte die Center-Managerin. Allerdings werde das nur von einem Discounter, einem Friseur und dem Casino angeboten. „Theoretisch kann es jeder Shop-Betreiber anbieten. Das müsste dann aber individuell mit dem Betreiber verhandelt werden.“ Solange bleibt Klode im Streik und lässt das Auto stehen.

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