Zusammenlegung ab Mitte des Jahres : Eine Pfarrei für fünf Gemeinden aus Hamburg und Schenfeld

Er hat einige Veränderungen zu stemmen: Pfarrer Thomas Benner trägt die Verantwortung für die Veränderungen in den Kirchengemeinden Maria Grün, St. Brüder Konrad, St. Marien Altona, St. Paulus Augustinus und St. Petrus.
Foto:
1 von 2
Er hat einige Veränderungen zu stemmen: Pfarrer Thomas Benner trägt die Verantwortung für die Veränderungen in den Kirchengemeinden Maria Grün, St. Brüder Konrad, St. Marien Altona, St. Paulus Augustinus und St. Petrus.

St. Maria heißt die neue Kirchengemeinde im Hamburger Westen zu der auch Schenefeld gehören wird.

shz.de von
02. Februar 2018, 12:30 Uhr

Schenefeld | Mitte des Jahres werden die Hamburger Kirchengemeinden Maria Grün, St. Bruder Konrad, St. Marien Altona, St. Paulus Augustinus und St. Petrus zu einem sogenannten pastoralen Raum zusammengelegt. Die neue Gemeinde nennt sich dann St. Maria im Hamburger Westen. Das hat auch Konsequenzen für Schenefeld, denn die Gemeinde Bruder Konrad ist zuständig für die Katholiken in Schenefeld. Davon gibt es laut dem jüngsten Zensus insgesamt 1167 in der Stadt. 8982 Schenefelder sind demnach evangelisch.

An Zusammenlegungen sollten die Katholiken gewöhnt sein. Im Jahr 2013 wurden bereits Maria Grün und die Bruder-Konrad-Gemeinde vereint. Die neue Kirchengemeinde wird jedoch erstaunliche Maße annehmen: Angefangen beim Altonaer Bahnhof, über Finkenwerder, bis hin nach Rissen und Schenefeld. Etwa 20 000 Gläubige sind es laut Pfarrer Tomas Benner, Leiter der Entwicklung.

Die Kirchengemeinden Maria Grün und Bruder Konrad seien bereits „gut zusammengewachsen“, sagt Benner. Firmungen, Kommunion, Kirchenvorstand, soziale Aktivitäten – alles sei nun in einer Hand, formell gebündelt in Blankenese. Dennoch gibt es auch nach der Zusammenlegung weiterhin vor Ort ein ausgeprägtes Gemeindeleben. Die deutlich kleineren Gemeinden kreisten nicht wie Satelliten um Maria Grün. Der Netzwerkgedanke stehe im Mittelpunkt, so Benner. „Das ist das, was den pastoralen Raum auszeichnet.“

Für den Pastor ist die Veränderung insgesamt positiv. „Schenefeld geht nichts verloren“, sagt er. Im Gegenteil: Das Netzwerk werde noch größer. Die Anzahl an Gottesdiensten bleibe in allen Orten gleich, lediglich zeitlich stünden Veränderungen an, damit die Gottesdienste vom pastoralen Team gewuppt werden können. Vier Pastoren und ein Laienmitarbeiter bestreiten das Gebiet. Eigentlich sollten es sechs Laienmitarbeiter und drei Priester sein. „Wir hoffen, dass fünf dazukommen.“ Jedoch finden die sich nur schwer. Denn die Katholische Kirche hat mit Mitarbeitermangel zu kämpfen – nicht nur unter den Priestern. Benner glaubt deshalb auch nicht, dass das Zölibat ausschlaggebend ist für die Personalprobleme. „Das ist totaler Quatsch. Die Laienmitarbeiter leben nicht im Zölibat und auch hier finden wir nur sehr schwer Personal“, sagt Benner.

Das Gemeindeleben habe sich stark geändert. Auch dies sei ein Grund für die Umstrukturierung. Früher hätten fünf Pfarrer fünf Gemeinden betreut. Heute sei dies nicht mehr leistbar. Auch im ehrenamtlichen Bereich sei es schwer, Helfer zu gewinnen, beispielsweise für den Firmunterricht. „Die Kirche steht in Konkurrenz mit anderen Vereinen. Und es sind heute mehr Frauen berufstätig. Die fehlen uns“, gibt er zu. Zudem hätte die Kirchenbindung nachgelassen.

Die größte Veränderung wird sein, dass die Angebote zentriert werden. „In der Summe können wir nicht mehr alles, was wir gewohnt waren, zur selben Zeit an allen Orten anbieten“, führt der Pfarrer aus. Deswegen sei die Vernetzung so wichtig. Es gebe eben nicht mehr Kinderchöre an mehreren Standorten, sondern nur einen. Nicht überall werde es Sozialarbeit geben, sondern in einer Gemeinde, in der es genug Ehrenamtliche gibt. Die Gemeinden würden sich spezialisieren. Laut Benner sei dies kein großes Problem, da vor allem junge Menschen mobil und bereit sind, einige Kilometer zu fahren. Und es biete auch Chancen. So könnten Firmkurse an verschiedenen Orten angeboten werden, mit unterschiedlichen Schwerpunkten, von denen alle aus der Kirchengemeinde profitieren. Die Zusammenlegung hält Benner für „eine kluge und rationale Entscheidung“. So gebe es auch danach ein breiteres Angebot für alle Gemeinden, allerdings mit dem Preis, dass dies nicht an allen Orten machbar ist. Von Überlebenskampf will Benner jedoch nicht sprechen. Die Gemeinde im Westen sei beliebt, viele junge Familien kämen hinzu. Die Gemeinde wachse – wenn auch nur leicht.

Die Verlustängste der Menschen angesichts der Veränderungen kann Benner gut verstehen. „Dem müssen wir begegnen. Jede Gemeinde für sich muss sich in der Vernetzung stark machen.“ Dann könne das Zusammenwachsen gelingen.


>www.katholisch-im-

hamburger-westen.de

zur Startseite
Karte

Kommentare

Leserkommentare anzeigen