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Schenefelder Tageblatt

11. Dezember 2017 | 11:08 Uhr

Eine Kirche ist aus dem Häuschen

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Premiere Musical „Begegnungen“ in der Paulskirche in Schenefeld war ein voller Erfolg / Große Gesangstalente

Dass Bibelkunde nicht eine Sekunde lang langweilig sein muss, bewiesen am Wochenende die 45 Darsteller der Musicalgruppe „7t+“ in der Paulskirche Schenefeld. Mit dem Ausklingen des letzten Songs „Auferstanden“ setzte tosender Beifall ein, Bravorufe folgten und dann gab es mit dem rhythmischen „Kommt und seht“ sogar noch eine Zugabe.

Das gibt es in einer Kirche auch nicht alle Tage. Auch nicht ein groovig interpretiertes „Hosianna“, welches das komplette Publikum dazu animiert, aufzustehen und im Takt mitzuklatschen.

Die Kirchenbänke waren bis auf den letzten Platz besetzt, um das Musical „Begegnungen“ zu erleben. Dieses „musikalische Fenster zum Johannes-Evangelium“, mit der zentralen Botschaft um das Wirken Jesu, ist seit der Erstveröffentlichung 1994 eines der bekanntesten Musicals mit biblischen Inhalten geworden. Johannes der Täufer (Martin Broistedt) fordert die Menschen auf, zu Gott umzukehren und Jesus (Alexander Lohse) beruft seine ersten Jünger.

Insgesamt 14 sehr hörbare Songs verbanden die Geschichte zu einem rundum gelungenen Ganzen. Dass die Darsteller im Alter zwischen acht und 45 Jahren sehr viel Spaß an der Performance hatten, war ihnen anzumerken.


Ernste Botschaft in moderner Sprache


Da hieß es an einer Stelle auch mal „so ein Vollpfosten“. Oder in einer Szene am Hafen stellte der römische Zöllner Matthäus (Stefan Soltau) gegenüber den Fischern Petrus, Andreas, Jakobus und Johannes ganz trocken fest: „Ihr habt die Liegegebühren nicht bezahlt“. Trotzdem lud er die Fischer zu sich nach Hause ein und als augenzwinkernde Antwort erhielt er: „Die Villa Matthäus wollte ich schon immer mal kennen lernen“.

Schön anzuschauen waren die Wechsel zwischen Schauspiel und Musik. Als sich am Lagerfeuer sitzend die Jünger über die Wunder unterhielten, die sie mit Jesus erlebt haben und der Chor das Gespräch mit einem „Hallelujah, Jesus tut Wunder“ musikalisch aufgriff, machte das die biblische Geschichte fühlbar.

Viel Freude machten auch die Solisten, etwa Sarah Soltau, die mit ihrer gefühlvoll und klar intonierten Interpretation von „Gottes Lamm“ enormes Gesangstalent bewies.

Das Lied „Du bist“ (meint den Weg und die Wahrheit und das Leben von Jesus) begann mit einem melodischen Intro am Klavier (Andreas Heidt) und wies wie manch andere an diesem Abend gespielte Songs Ohrwurm-Qualität auf.

Sehr berührend waren die Szenen „Lieben wie er“ (Jesus wusch den Jüngern die Füße), die Gefangennahme und die Kreuzigung.

Fazit: Eine großartige Gesamtleistung von Chor, Tänzern und Darstellern, die perfekt von den hervorragend aufspielenden Musikern um Schlagzeuger Christoph Müller ergänzt wurden. Das alles war auch dank der zeitgemäß geschriebenen Dialoge keine Sekunde langweilig und Musical, wie es sich gehört. Großes Lob auch an das Bühnenbild (Jens Lange, Dirk Zart), das mit nur wenig Requisite ein stimmiges Gesamtbild erzeugte. Für die professionell ausgeführte Technik des Musicals sorgten Gerrit Gabriel, Lukas Enke (Ton) und Florian Krentz (Licht).





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