Ein Zaun für mehr Sicherheit

Oben die Brücke, unten die Ampel und links der Blitzer in Form einer kleinen Litfaßsäule. Für die Polizei keine optimale Lösung. brh
Oben die Brücke, unten die Ampel und links der Blitzer in Form einer kleinen Litfaßsäule. Für die Polizei keine optimale Lösung. brh

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02. Januar 2013, 01:14 Uhr

Schenefeld | Wenn es nach Schenefelds Polizeichef Thomas Brucker geht, wäre eine Entschärfung des Gefahrenpunktes ganz einfach. "Man müsste einen Zaun aufstellen, um das Überqueren der Straße zu verhindern", sagt der Polizist. Es geht um die vierspurige Altonaer Chaussee, direkt vor dem "Stadtzentrum". Obwohl es zwei Ampelanlagen gibt - eine an der Luninez-Brücke, eine an der Kreuzung Osterbrooksweg - laufen immer wieder Fußgänger zwischen den beiden Signalanlagen über die Straße.


295 Fahrverbote und 2071 Bußgeldverfahren

Lebensgefährlich: Denn dass viele Autofahrer genau in diesem Bereich auf Gaspedal treten, steht fest. Seit Mitte September wird an der Luninez-Brücke in beiden Fahrtrichtungen geblitzt. Und die Blitzer brechen alle Rekorde. Wie berichtet, hat der Kreis Pinneberg in nicht einmal drei Monaten 295 Fahrverbote verhängt und 2071 Bußgeldverfahren eingeleitet. Ein Mercedes-Fahrer jagte mit Tempo 136 über die Altonaer Chaussee. 50 Stundenkilometer sind erlaubt.

Die Zahlen haben auch Bürgermeisterin Christiane Küchenhof alarmiert. "Wir sind bisher mit all unseren Vorstößen gescheitert, diesen Bereich sicherer zu machen. Anhand dieser Zahlen, können wir aber einen neuen Anlauf nehmen", sagt die Verwaltungschefin. Die Stadt wollte das Ortsschild in Richtung Pinneberg weiter in Richtung "Stadtzentrum" verlegen. Doch dies hat der Kreis Pinneberg abgelehnt. Die LSE ist ein Landesstraße. Die Stadt hat keine Entscheidungsbefugnis.

Die Ampelanlage direkt unter der Luninez-Brücke ist Brucker ein Dorn im Auge. Sie wurde 1999 errichtet.


Polizeichef sieht Brücke als Alternative

Der Polizeichef plädiert dafür, dass Bürger die Luninez-Brücke nutzen, um die Straße sicher zu überqueren. Problem: Das Bauwerk aus dem Jahr 1973 ist nicht behindertengerecht - und ist seit fast einem Jahr gesperrt. Erst wegen des Anbaus am "Stadtzentrum", jetzt, weil sich die Stadt die Kosten für den Winterdienst sparen möchte. Von den Schenefeldern wird der Betonklotz - wegen des steilen Anstiegs im Volksmund "Seufzerbrücke" genannt - schon seit Jahren verschmäht.

Auf der Altonaer Chaussee wird gerast - vor allem stadtauswärts. Das belegen die Blitzer-Zahlen. Schenefeld sucht nach einem Weg, zwischen den beiden Ampelanlagen, die Sicherheit zu erhöhen.

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