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Schenefeld : Ein Streit unter Flüchtlingen eskaliert

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Nach einem Faustschlag greifen zwei Iraner zum Küchenmesser. Der Sicherheitsdienst kann die Situation in der alten Post beruhigen.

shz.de von
erstellt am 30.Apr.2016 | 16:00 Uhr

Schenefeld | Im Dezember 2015 sind die ersten Flüchtlinge in das alte Postgebäude eingezogen. Im ersten Obergeschoss leben inzwischen mehr als 60 Männer auf engem Raum zusammen. Vorfälle? Fehlanzeige. Bisher. Das friedliche Zusammenleben fand in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag ein jähes Ende. Laut Polizei eskalierte ein heftiger Streit zwischen drei Iranern. Das bestätigte gestern Schenefelds Polizeichef Jan Wittig. Die drei Männer wurden in Gewahrsam genommen. Gegen zwei Personen wird wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung ermittelt. Sie sollen mit Küchenmessern auf ihren Landsmann losgegangen sein. Verletzt wurde niemand.

Die Lage ist unklar, als um 1 Uhr nachts der Notruf in der Leitstelle eingeht. Von einer Massenschlägerei ist die Rede, an der mehr als 50 Personen beteiligt sein sollen. Einsatzkräfte aus dem Kreis Pinneberg und Hamburg werden alarmiert. Vier Streifenwagen sind schnell vor Ort – die Situation ist weniger dramatisch als gedacht. Es wird geschrien. Auf dem Flur stehen viele Flüchtlinge. Aber von einer Massenschlägerei kann keine Rede sein. Dem Sicherheitsdienst war es gelungen, die beiden Iraner zu entwaffnen. Weder der Sicherheitsdienst noch die Polizisten wurden von den Flüchtlingen attackiert. Die drei Streithähne ließen sich widerstandslos abführen.

Der Hintergrund der Auseinandersetzung ist noch unklar. Fakt ist: Der eine Iraner schlug zunächst mit der Faust zu. Sein Landsmann holte daraufhin ein Küchenmesser. Sein Kumpel griff dann ebenfalls zum Messer. Schenefelds Bürgermeisterin Christiane Küchenhof lobte gestern ausdrücklich den umsichtigen Einsatz von Sicherheitspersonal und Polizei. Sie bedauerte den Vorfall. Schon am Tag danach saß sie mit Schenefelds Polizeichef an einem Tisch, um die Situation zu besprechen. Die Stadt wird reagieren. Die drei Iraner sollen nicht weiter gemeinsam in der Post untergebracht werden. Der heftige Streit in der Post war der erste polizeirelevante Einsatz in Zusammenhang mit Flüchtlingen. In der Stadt haben gut 300 Flüchtlinge eine Heimat gefunden.

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