Ein Kleinod unter den Bauernhöfen

Frank Grünberg (links) im Gespräch mit Jörn Rüpcke. Der Bauernhof ist der letzte verbliebene Hof mit landwirtschaftlicher Nutzung im alten Dorf.
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Frank Grünberg (links) im Gespräch mit Jörn Rüpcke. Der Bauernhof ist der letzte verbliebene Hof mit landwirtschaftlicher Nutzung im alten Dorf.

Serienstart: Gastautor Frank Grünberg stellt den Hof von Jörn Rüpcke in der Nedderstraße 37 in Schenefeld vor

shz.de von
06. Juli 2018, 16:00 Uhr

Die Familie Rüpcke stammte ursprünglich aus dem Ort gleichen Namens – Rüpcke. Zunächst hatte Familie Rüpcke einen Hof in Hamburg-Lurup erworben. Dann kam als erster Hof in Schenefeld dieser heute noch existierende Bauernhof dazu. Das alte Reetdachhaus wurde jedoch durch Brandstiftung, von der auch zwei benachbarte Höfe betroffen waren, im Jahre 1911 vernichtet. An gleicher Stelle entstand dann ein Neubau, der noch in der gleichen Art wie früher erhalten ist. Heute wohnen hier Jörn Rüpcke mit Ehefrau und drei ihrer Kinder.

Im Jahr 2003 wurde das Haus innen vollständig renoviert und die herrliche Terrasse mit Treppenaufgang angebaut, wie der Hausherr Jörn Rüpcke berichtet. 2011 fand eine Sanierung des Daches und der gesamten Fassade statt. Die seitlichen Gauben im Dach entstanden. Seitdem wurde aus dem eigentlichen Heuboden ein großzügiger Wohnbereich, in dem heute einer der Söhne wohnt. Im ersten Stock haben der zweite Sohn und die jüngere der beiden Töchter in jeweils zwei Zimmern viel Platz. Das Erdgeschoss wird von den Eltern genutzt. Nur die ältere der beiden Töchter wohnt heute nicht mehr hier. Bei der Fassadensanierung im Jahr 2011 wurde besonders darauf geachtet, dass alle alten Elemente erhalten werden und die Fenster den alten Charakter behalten.

Die neuen Gauben im oberen Dachteil haben keinen großen Einfluss auf den Gesamteindruck dieses besonders schönen Bauernhofes genommen. Besonders gut zu betrachten ist es, wenn man direkt vor der Hofeinfahrt in der Nedderstraße am unteren Ende des Parkplatzes der Bäckerei und des Discounters steht. Der Bauernhof ist der letzte verbliebene Hof mit landwirtschaftlicher Nutzung im alten Dorf. Er hat heute 60 Hektar, davon werden 45 Hektar selbst bewirtschaftet, der Rest ist verpachtet. Jörn Rüpcke übernahm den Hof 1999 von seinem Vater, der im Jahr 2002 verstorben ist. Er betreibt hier eine Rinderzucht. Von der Nachzucht bleiben die weiblichen Tier auf dem Hof, bis sie nach zwei Jahren als Schlachtfärsen verkauft werden. Die Bullenkälber werden an Mastbetriebe weiterverkauft, berichtet Rüpcke. Die Färsen gehen zu 99 Prozent über den Versandschlachter Fölscher an Edeka-Märkte, sagt der Züchter.

Besonders stolz ist Jörn Rüpcke auf Oma Anna Rüpcke, die in den Jahren 1926 bis 1956 den Hof mit einer damaligen Größe von etwa 22 Hektar 30 Jahre ganz allein führte – und das in einer Zeit, in der es Frauen oft nicht leicht gemacht wurde und die sie durch Krieg und Nachkriegszeit führte.

Als sehr schmerzlich hatten er und sein Vater die Flächenverluste empfunden. Diese entstanden beim Bau der Mühlenstraße zur neuen Brücke über die LSE, durch die LSE selbst, die ihre Felder durchschneidet, sowie durch die Errichtung des Lärmschutzwalles im Baugebiet Blockhorner Weiden / Autal und bei der Umsetzung des XFEL-Projektes. Auch die Ausgleichzahlungen haben Jörn Rüpcke nur schwerlich trösten können.

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