zur Navigation springen
Schenefelder Tageblatt

22. Oktober 2017 | 13:04 Uhr

"Ein großer Tag für Schenefeld"

vom

shz.de von
erstellt am 03.Mai.2013 | 01:14 Uhr

Schenefeld | Lächeln. Strahlen. Hände schütteln. "Das ist ein großer Tag für die kleine Stadt Schenefeld." Schon mit ihrem ersten Satz unterstrich Bürgermeisterin Christiane Küchenhof die Bedeutung dieses Augenblicks im Rathaus. Aus Kiel eilte gestern Morgen Innenminister Andreas Breitner (SPD) nach Schenefeld. Aus Elmshorn Landrat Oliver Stolz. Sie wollten dabei sein, als Schenefeld ganz offiziell zu Deutschlands neuer Energie-City gemacht wurde. Die Partnerschaftsvereinbarung unterzeichneten Stephan Kohler, Vorsitzender der Geschäftsführung der Deutschen-Energieagentur (Dena) in Berlin, und Matthias Boxberger, der Vorstandschef der E.on Hanse AG. In Schenefeld trat die erste Riege an.

Die Kleinstadt als Musterstadt für ganz Deutschland: In den kommenden drei Jahren werden Schenefeld, die Energie agentur und der Energieversorger ein professionelles Energie- und Klimaschutzmanagement aufbauen. Das ehrgeizige Ziel: ganzheitlich und systematisch die Energiekosten und die Kohlendioxidemissionen zu reduzieren. Es geht um energetische Sanierung von städtischen Gebäuden. Um die Stromnutzung, den Verkehr und die Energiesysteme. "Energieeffizienz ist ein Schlüssel zur Erreichung der energie- und klimapolitischen Ziele", sagte Boxberger. Auch E.on erhofft sich neue Antworten in Energiefragen. Boxberger: "Wir sind lernwillig." Kohler spricht von "neuen Lösungen, die gefunden werden müssen, um Energieeinsparpotenziale richtig auszuschöpfen" - auch weil in vielen Kommunen die Finanzlage kritisch sei.

Schenefeld ist neben Magdeburg und Remseck am Neckar die dritte und letzte Stadt, die an dem Projekt "Energieeffiziente Kommune" teilnimmt. Das Instrumentarium hat die Dena entwickelt.

Am Anfang stehen die Zahlen: Die Stadt ist schon dabei, die Daten für eine Ist-Analyse zusammenzutragen. Martina Schiller, seit 1991 Umweltberaterin im Rathaus, übernimmt in Schenefeld die Koordination des Großprojektes. Die Stadt wird ein energiepolitisches Leitbild erstellen und Ziele festlegen. Die Dena- und E.on-Experten schlagen dann Maßnahmen vor, die in Schenefeld mittel- und langfristig umgesetzt werden können - und legen auch eine Finanzplanung vor. Küchenhof betonte, dass es nicht nur um große Ausgaben gehe, die auf die Stadt bei der Umsetzung zukommen. "Es geht ums Umdenken. Viele Bausteine können nach und nach realisiert werden."

Innenminister Breitner weist den Städten eine besondere Rolle bei der Energiewende zu. "Sie haben eine Vorbildfunktion." Vor allem hohe Energiekosten hätten dazu geführt, dass die Nebenkosten oft schon als zweite Miete wahrgenommen werden. Schenefeld stoße mit diesem Projekt in puncto Energieeinsparungen in eine neue Dimension vor.

Landrat Oliver Stolz machte aus seinem Stolz keinen Hehl, dass mit Schenefeld eine Kommune aus dem Kreis Pinneberg als Musterknabe auserwählt wurde. "Das passt zu Schenefeld. Die Stadt übernimmt jetzt eine Vorreiterrolle." Durch das Drehen kleiner Rädchen könne das große, globale Rad mitgedreht werden.

Schenefeld packt jetzt an - will das Know-How von Dena und E.on nutzen. Von den konkreten Ergebnissen aus der Kleinstadt vor den Toren Hamburgs soll später ganz Deutschland profitieren. Küchenhofs ehrgeiziges Ziel: Nach den drei Jahren will Schenefeld nicht mehr Musterkommune, sondern Vorbild-Stadt sein.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen