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Schenefeld : Ein „Glücksgriff“ für die Stadt

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Der Verein „Glücksgriff – Der soziale Kreislauf“ erhält den mit 2000 Eurodotierten Ehrenpreis 2013. Vereinschefin Ingrid Pöhland dazu: „Das ist auch eine Anerkennung für alle Helfer“

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erstellt am 06.Dez.2013 | 12:00 Uhr

Bürgermeisterin Christiane Küchenhof griff um 20.10 Uhr zum Telefonhörer, um die gute Nachricht persönlich an Vereinschefin Ingrid Pöhland zu überbringen. Der Verein „Glücksgriff – Der soziale Kreislauf“ erhält den Ehrenpreis der Stadt Schenefeld 2013. Das hat die Jury am Mittwochabend entschieden. „Ich habe mich spontan für meine Kollegen gefreut. Dieser Preis ist Anerkennung und Wertschätzung unserer gemeinsamen Arbeit“, sagte Pöhland gestern. Nach dem Telefonat mit der Bürgermeisterin griff sie ebenfalls zum Telefon, um ihre Vorstandskollegen zu informieren. „Wir können stolz darauf sein, diese Auszeichnung erhalten zu haben“, sagte der Zweite Vorsitzende Gerd Fiebig.

„Der Verein Glücksgriff ist ein wahrer Glücksgriff für unsere Stadt und damit ein würdiger Preisträger. Hier sind eine Vielzahl von Ehrenamtlichen aktiv, die mit ihrer Zeit, mit ihrer Arbeitskraft und mit ihrem Engagement eine Vielzahl von sozialen Projekten möglich macht, die ohne sie nicht umgesetzt werden könnten“, würdigte Küchenhof gestern das Engagement des Vereins. Es sei sozial und nachhaltig. Küchenhof: „Als Gründungsmitglied und Schirmherrin des Vereins freue ich mich riesig für die Auszeichnung und die besondere Anerkennung der dort aktiv Wirkenden.“

Der Preis ist mit 2000 Euro dotiert und wird offiziell beim Neujahrsempfang am 12. Januar 2014 übergeben. Für Pöhland steht fest, dass das Geld den 43 ehrenamtlichen Mitarbeitern zugute kommen soll. „Wir werden alle gemeinsam etwas unternehmen.“

Der Glücksgriff: Der Second-Hand-Laden in der Lornsenstraße hat sich längst zum Glücksfall für ganz Schenefeld erwiesen. 2009 wurde das Kaufhaus mit der ganz besonderen sozialen Komponente von Pöhland aus der Taufe gehoben. Die Idee ist so genial wie einfach: Der Verein erhält Spenden, verkauft sie und mit den Gewinnen werden in Schenefeld soziale Projekte unterstützt und angeschoben. „Wir rennen nicht mit der Gießkanne durchs Dorf. Wir setzen das Geld ganz gezielt ein “, betont Pöhland. Kinder und Jugend, die Völkerverständigung und das Verhältnis von Jung und Alt liegen dem Verein am Herzen. Weit mehr als 100 000 Euro hat der Verein bereits für soziale Projekte gespendet.

Auch wenn die Abrechnung noch nicht vorliegt: 2013 war laut Pöhland ein äußerst erfolgreiches Jahr für den Verein. „Im Oktober lag der Umsatz bei 10000 Euro. Im November sogar bei 11000 Euro“, sagt Finanzchefin Birgit Peters. Der gemeinnützige Verein zahlt Miete und auch Steuern.

An der Lornsenstraße kaufen nicht nur bedürftige Familien günstig ein, sondern auch Schnäppchenjäger. Hier gibt es das No-Name-T-Shirt für drei Euro genauso wie den Gerry-Weber-Blaser für 15 Euro. Kleidung, Geschirr, Spielsachen, Handtücher, Bettwäsche: Pöhlands-Team setzt auf Qualität. Der „Glücksgriff“ ist eben kein klassisches Sozialkaufhaus, in dem nur Bedürftige einkaufen dürfen. Pöhland, ehemals Vorsitzende der Postgewerkschaft, will Geld verdienen – um anderen Menschen helfen zu können. Am 9. Januar wird das neue Glücksgriff-Verkaufslager im Postgebäude am Heisterweg eröffnet. Die Standorte am Schenefelder Platz und am Kiebitzweg werden aufgegeben. „Das Verkaufslager wird dreimal in der Woche öffnen“, sagt Pöhland. Für die Chefin ist der „Glücksgriff“ längst zum Vollzeitjob geworden.

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