Renoviertes Wohn- und Geschäftshaus : Ein Gebäude mit Namenstradition in Schenefeld

Das Gebäude am Sülldorfer Weg beherbergt auch heute noch die Schlachterei Peters.  Fotos: Frank Grünberg
Das Gebäude am Sülldorfer Weg beherbergt auch heute noch die Schlachterei Peters. Fotos: Frank Grünberg

Haus am Sülldorfer Weg besteht seit Anfang des 20. Jahrhunderts. In jeder Generation heißt der Sohn „Steffen“.

shz.de von
20. Juli 2018, 12:00 Uhr

Schenefeld | Ein wenig versteckt liegt im Sülldorfer Weg 3 ein wunderschön renoviertes Wohn- und Geschäftshaus, das bereits vor 1910 als Wohnhaus des Viehhändlers Steffen Peters erbaut wurde. Bei der Renovierung wurde besonderer Wert darauf gelegt, den alten Charakter des Hauses trotz des Einbaus neuer Fenster zu erhalten. So bieten die verzierenden Elemente an der Fassade noch heute einen schönen Anblick. Auf dem neuen großen Balkon sieht man noch die erhaltenen Formen der alten Fenster, die farblich sehr schön hervorgehoben worden sind. Obwohl das Stahlgerüst des Balkons und die aus Milchglas bestehende Brüstung hinzugekommen sind, wirkt der neue Balkon nicht störend auf den Gesamteindruck des ganzen Gebäudes.

Das Ehepaar Sigrid und Steffen Peters führt das Geschäft.
Frank Grünberg
Das Ehepaar Sigrid und Steffen Peters führt das Geschäft.
 

Seit 1931 ist in dem Haus eine Schlachterei beheimatet, die von Oskar, einem von Steffen Peters Söhnen, eröffnet wurde. Von 1942 bis 1982 führte dessen Sohn Steffen das Geschäft, bevor es vom heutigen Inhaber, der ebenfalls Steffen heißt, übernommen wurde. Dieser betreibt es bis heute zusammen mit seiner Ehefrau Sigrid. Wichtig zu wissen ist, dass in jeder Generation der Peters ein Sohn Steffen heißt. Ein Onkel vom Geschäftsgründer Oskar hieß ebenfalls Steffen und besaß in Blankenese eine angesehene Schlachterei. Eine kleine Anekdote beweist aber, wie schwierig es manchmal sein kann, wenn der alte und der neue Besitzer den gleichen Namen tragen, wie im Falle Steffen Peters Senior und Steffen Peters Junior: So konnten nach der Übergabe an den Junior Zahlungen an den Gaslieferanten nicht richtig zugeordnet werden und der Junior erhielt Mahnung auf Mahnung. Seine Anrufe führten immer zu der Behauptung, dass man es verstanden habe und es sofort ändern werde. Aufgeklärt wurde die Sache aber erst, als der Gerichtsvollzieher vor der Tür stand und sich von den Verwechslungen überzeugen konnte.

Dem wunderschönen Gebäude ist Aufmerksamkeit zu schenken, denn es ist eine Augenweide. Der Sülldorfer Weg, der die Immobilie beheimatet, geht direkt von der Blankeneser Chaussee ab an der Ecke zur Hauptstraße. Dort befindet sich auch die bereits im Jahr 1873 gepflanzte sogenannte Friedenseiche.

zur Startseite
Karte

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen