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„Schenefelder Zeitreise“ - Teil 2 : Ein Dorf sitzt zwischen allen Stühlen

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Teil zwei der Sommerserie: Die Region gerät in die Machtkämpfe zwischen den Schauenburgern, Dänemark und Schweden.

shz.de von
erstellt am 05.Aug.2014 | 12:00 Uhr

Schenefeld | Die heutige Stadt Schenefeld blieb seit seiner ersten urkundlichen Erwähnung im Jahre 1256 bis hin zum Ende des Ersten Weltkriegs im Jahr 1918 vor allem ein sehr landwirtschaftlich geprägtes Dorf.

Bis zum Jahr 1384 saß die Schauenburger Obrigkeit in der Hatzburg. Dann ging diese Funktion an die Burg Pinneberg über. Wer sich jetzt eine steinerne Ritterburg mit Zugbrücke, Wehrgang und Schießscharten vorstellt, wird aber enttäuscht. Die Hatzburg war eher ein mit Gräben und Palisaden befestigtes Fachwerkhaus. Die Reste sind heute nur noch als fünf Hügel auf einer Weide in der Elbmarsch erkennbar. Dort steht auch ein Bronzemodell (Foto). 1630 wurde sie zerstört. Nachdem der Schauenburger Graf Otto V. im Jahr 1640 verstarb, besetzte König Christian von Dänemark diesen Teil des Landes und einigte sich wenige Wochen später mit dem Herzog Friedrich III. von Holstein-Gottorf über eine Aufteilung des Besitzes. Das Amt Barmstedt ging an den Gottorfer Herzog. Pinneberg und Hatzburg wurden zur königlich-dänischen Herrschaft Pinneberg. Das Königreich Dänemark und die Herzogtümer Schleswig und Holstein waren bis 1625 nicht beteiligt am Dreißigjährigen Krieg und lebten in einer wirtschaftlichen Hochphase bis 1643.

König Christian IV. zog erst 1625 mit eigenen Truppen in den Krieg. Die Herzogtümer wurden stark in Mitleidenschaft gezogen, die Äcker und Wiesen aber nicht zerstört. Dass überhaupt ein Herrscherwechsel stattgefunden hatte, spielte für die Menschen damals keine große Rolle. Pointiert hat Horst Fürstenau, der die Chronik Schenefeld im Jahr 1985 verfasste, eine Schenefelder Sicht der Dinge formuliert: „Die Eingesessen haben den Wechsel in der Fremdherrschaft – das Oldenburgische Grafenhaus war sicherlich nicht fremder als das Schauenburgische Grafenhaus – wenn überhaupt durch Aufnahme des Königs in das Kirchengebet zur Kenntnis genommen, wie das Wetter oder andere Unwägbarkeiten.“

Währen der beiden folgenden Schwedisch-Dänischen Kriege war Schenefeld zwar kein Schauplatz, die seit 1625 durch die Lande ziehenden auch eigenen Soldatenscharen richteten aber enormen Schaden an – sogar mehr als der schwedische Feind.

Schenefeld profitierte auch vom raschen Aufschwung Altonas. Der dänische König vergab die Stadtrechte im Jahr 1664. Schenefeld wurde aber auch in die Machtkämpfe zwischen der aufstrebenden Hansestadt Hamburg und den dänischen Landesherren verwickelt.

Der zunehmende Nationalismus im 19. Jahrhundert, verbunden mit dänischen Bestrebungen, das Herzogtum ins Königreich einzugliedern, zerrüttete das gute Verhältnis zwischen Deutschen und Dänen. Nach einem erfolglosen Aufstand der deutschen Bevölkerung (1848) kam es 1864 zum Krieg. Der deutsche Bund gewann und die Herzogtümer Schleswig und Holstein – und damit auch Schenefeld – wurden zur Provinz des Königreiches Preußen.

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