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Ärger um Schenefelder Kindergarten : Ein Brief als Hilfeschrei

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Steht die geplante Kita „Biene Sonnenstrahl“ vor dem Aus? Die Bauherren befürchten den Rückzug der Stadt aus dem Projekt.

shz.de von
erstellt am 19.Okt.2013 | 12:00 Uhr

Hilfsgesuch für die „Biene Sonnenstrahl“: Mit einem offenen Brief hat sich das Föderzentrum Friedrichshulde jetzt an Eltern, Freunde und Unterstützer der im Bau befindlichen Kita in der Lindenallee gewandt. So beabsichtige die Stadt Schenefeld, sich aus dem Bau der „Biene Sonnenstrahl“ herauszuziehen und die bestehenden Verträge aufzulösen. „Für die Biene Sonnenstrahl würde dies das Aus bedeuten“, heißt es in dem Schreiben, das von Geschäftsführerin Sabine Birkhoff und Projektleiterin Morna Fiedler unterzeichnet ist.

„Wir steckten da nie drin“, sagt Schenefelds Bürgermeisterin Christiane Küchenhof. Bauherr sei das Förderzentrum Friedrichshulde. Allerdings sei mit dem Verein ein Vertrag geschlossen worden, nach Bauende unter anderem die Betriebskosten zu übernehmen. „Dieser Vertrag wird erfüllt“, erläutert Küchenhof. Beim Förderzentrum reagierte man gestern erleichtert auf die Aussage, dass der Betreuungs- und Betriebsvertrag erhalten bleibt: „Dadurch hat sich die Lage ein bisschen verändert und entspannt“, so Birkhoff.

Eine freiwillige Vereinbarung hat die Stadt aber aufgekündigt: Nachdem der Kreis Pinneberg vor einigen Monaten bei der Ausschreibung der eine Million Euro teuren Kindertagesstätte so viele und so gravierende Verstöße gegen das Vergaberecht festgestellt hatte, bot die Stadt laut Küchenhof Hilfe bei der Prüfung der Unterlagen an. „Ohne Begründung hat die Stadt diese Unterlagen nicht geprüft, somit auch nicht freigegeben, sondern vielmehr die Ausschreibungen gestoppt und stattdessen einen Termin mit den Fraktionen anberaumt, um den geplanten Ausstieg aus der Kita zu verkünden“, heißt es im Brief.

Bundeszuschüsse in Höhe von 380.000 Euro futsch

Schief gelaufen ist an dieser Stelle etwas – was genau es ist, wollen beide Seiten für sich behalten. Küchenhof: „Es war eine freiwillige Leistung der Stadt, um den Bau voranschreiten zu lassen. Es hat aber nicht dazu geführt. Daher haben wir diese Vereinbarung zurück genommen.“ Bundeszuschüsse in Höhe von 380.000 Euro seien jetzt futsch. Dennoch: Laut Birkhoff würden die Ausschreibungsunterlagen rausgeschickt und Firmen beauftragt werden.

Ärger gibt es auch noch um einen weiteren Punkt: Birkhoff berichtet, sie habe ein Schreiben vorliegen, in dem die Stadt die Absicht erklärt, eine eigene Kita auf städtischem Boden zu bauen. „Wir haben den Brief geschrieben, weil uns in einem Atemzug gesagt wurde, dass sich die Stadt komplett aus der Biene zurückzieht und eine eigene Kita baut“, so die Geschäftsführerin. Zwei Fragen liegen ihr am Herzen: Warum will die Stadt eine eigene Kita bauen und wie lange ist das Projekt schon in Planung?

Konkrete Pläne für eine eigene Kita will Küchenhof nicht bestätigen, aber: „Wir brauchen Krippen, wir haben sofort die Möglichkeit, eine zu bauen.“ Ob dies letztendlich passiere, sei eine politische Entscheidung. Sie würde es begrüßen, wenn die „Biene Sonnenstrahl“ fertiggestellt werden würde.

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