Schenefeld : Ehrenpreisträger der Stadt feiern Diamantene Hochzeit

Schenefelds Bürgermeisterin Christiane Küchenhof (links) und Bürgervorsteherin Gudrun Bichowski (rechts) überreichten Ursula und Georg Martinsteg Blumen, Urkungen sowie ein Bild.
Schenefelds Bürgermeisterin Christiane Küchenhof (links) und Bürgervorsteherin Gudrun Bichowski (rechts) überreichten Ursula und Georg Martinsteg Blumen, Urkungen sowie ein Bild.

Ursula und Georg Martinsteg, Ehrenpreisträger der Stadt Schenefeld, sind 60 Jahre verheiratet.

shz.de von
30. Januar 2015, 12:15 Uhr

Schenefeld | Auf dem Weg von einer Tanzstunde nach Hause sind sie sich zum ersten Mal begegnet. Heute sagt Georg Martinsteg: „Es war Liebe auf den ersten Blick“. Als er erzählt, wie Ursula 1952 von der gegenüberliegenden Straßenseite zu ihm herüberrief und fragte, ob er den selben Weg gehe, ist das Gelächter im Wohnzimmer groß. Fortan treten die beiden, die heute 84 Jahre alt sind, öfter zusammen den Heimweg an, damals noch in Othmarschen.

Das Ehepaar feierte gestern im Beisein von Familie und Freunden in gemütlicher Runde seine Diamantene Hochzeit. Die Martinstegs blicken auf 60 Jahre gemeinsame Ehejahre zurück, besiegelt im Jahr 1955. Schenefelds Bürgermeisterin Christiane Küchenhof und Bürgervorsteherin Gudrun Bichowski kamen vorbei, um den frisch geehrten Ehrenpreisträgern der Stadt Schenefeld zu gratulieren und Urkunden zu überreichen.

„Reibereien bleiben zunächst nicht aus, aber man findet immer mehr Verständnis für seinen Partner“, sagt Georg Martinsteg. In den letzten 20 Jahren hat sich die Zahl der Scheidungen nach einer Ehedauer von 26 und mehr Jahren dem Statistischen Bundesamt zufolge fast verdoppelt. Als er diese Zahlen hört, winkt der 84-Jährige ab: „Wir haben nie darüber nachgedacht, uns zu trennen.“ Seine Frau sagt: „Wir haben immer viel gelacht.“ Das tun sie auch an diesem Nachmittag im heimischen Wohnzimmer – nicht ohne immer wieder ins Plattdeutsche zu wechseln. Seit acht Jahren lesen sie Geschichten in der niederdeutschen Sprache im Juks vor, Georg Martinsteg wurde deshalb von den Lesern dieser Zeitung zum „Mensch des Jahres 2013“ gekürt. Er trägt eine Krawatte der Stadt Schenefeld, wo sie im Jahr 1960 ihr Haus bezogen.

Je mehr Menschen kommen, desto wohler fühlen sich die Jubilare. Das merkt man ihnen an. Ihre Ehe sei nicht zuletzt so schön gewesen, weil sie besondere Menschen um sich gehabt haben. Das betonen beide und schwelgen über gemeinsame Nachbarschaftsabende in Erinnerung. Sie haben vier Kinder, sechs Enkel und vier Urenkel. Der Sessel, in dem Georg Martinsteg sitzt, sieht nicht aus, als werde er oft benutzt. „Wir müssen immer aktiv sein“, sagt er. Die große Fete mit etwa 40 Gästen steigt morgen. Und dann folgt noch die Hochzeitsreise – in ein Hotel im Spreewald.

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