Blankeneser Chaussee : Ehepaar rettet altes Haus in Schenefeld

Das Gebäude wurde umfassend renoviert.
Das Gebäude wurde umfassend renoviert.

Einstige Jäger-Außenstelle des Ahrensburger Schlosses ist heute in Besitz von Anika und Gilles Debril.

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03. August 2018, 12:00 Uhr

Schenefeld | An der Blankeneser Chaussee kurz vor der Einmündung der Straße Aneken liegt das hier gezeigte und im Jahr 1904 erbaute Haus des damaligen Bauherren Bargmann. Ursprünglich erbaut als Jäger-Außenstelle des Ahrensburger Schlosses. Danach ging es in den Besitz der Familie Groth über.

Anika und Gilles Debril wohnen an der Blankeneser Chaussee.
Frank Grünberg
Anika und Gilles Debril wohnen an der Blankeneser Chaussee.

Dessen männliches Familienoberhaupt war lange Jahre Schenefelder Standesbeamter. Für meine erste Ausstellung im Schenefelder Rathaus zeigte sich das Haus noch im alten Gewand, das Fachwerk im Giebel mit den beiden stilisierten Wachteln im oberen Bereich des Spitzgiebels und die beiden Fuchsfiguren aus Holz. Die seitlich auf den gekreuzten Balken zu sehen sind, machten es aber schon damals sehenswert, obwohl die Nachrüstung des Hauses mit neueren Fenstern und Türen dem Gesamteindruck sehr geschadet hatte. Man musste 2015 befürchten, dass das zu diesem Zeitpunkt zum Verkauf stehende Wohnhaus, das in die Jahre gekommen war, abgerissen wird, da hinter dem Haus ein recht großes Freigelände vorzufinden ist, so dass hier sehr leicht auch ein Doppelhaus oder ein Reihenhaus mit mehreren Eingängen Platz gefunden hätte.

Vorm Abriss gerettet

Es fanden sich aber dann doch mit dem Ehepaar Debril Käufer, die das Haus nicht nur vor dem Abriss retteten, sondern auch durch eine Komplettrenovierung in den sehenswerten heutigen Zustand brachten, um es dann zu vermieten. Das Ehepaar Anika und Gilles Debril hatte einen sehr guten Kontakt zur damaligen Besitzerin und konnte so nicht nur verhindern, dass das Gebäude abgerissen wurde, um einige Häuser dorthin zu bauen. Sie verhinderten damit natürlich auch, dass ihre eigene Südseite von den Neubauten verschattet werden konnte.

So sah das Haus vor der Renovierung aus.
Frank Grünberg
So sah das Haus vor der Renovierung aus.

Die alten Baupläne, die es im Schenefelder Rathaus gab, zeigten ihnen dann den Stil der ehemaligen Fenster und Türen, den man zwar heute nicht im Original aber doch zumindest so ähnlich wieder herstellen konnte. Früher war das Haus verputzt und verfügte über keinen Anstrich, sodass über die Jahre die Fassade keine schöne Farbgebung mehr hatte. Anika Debril, die selbst Architektin ist, versuchte mit verschiedenen Entwürfen dem Haus nunmehr eine Farbe zu geben, die den Kachelfries, Fenster- und Türbogen hervorheben, was sehr eindrucksvoll gelungen ist. An der Rückseite des Hauses befand sich ein Stall, der abgerissen werden konnte, hier wurden zusätzliche Fenster und Türen eingebaut.

Der Innenbereich ist ebenfalls vollständig renoviert worden. Hier fanden sich an den Wänden unter den Wandverkleidungen im Stil der 1970er Jahre dann auch noch Tapeten aus den 1950er Jahren – bevor man zu den ursprünglich hellfarbig gestrichenen Wänden vordrang. Die verkleideten Türen zeigten sich nach der Renovierung befreit von Verschalungen als alte originale Kasettentüren, die lediglich überarbeitet werden mussten. Unter den verschiedenen Teppichschichten im Flur förderte man einen hervorragenden Mosaik-Kachelboden zutage und in den Wohnräumen konnte der alte Holzfußboden freigelegt werden, wobei es sich um Pitchpine handelt. Heute erstrahlt auch der Fußboden wieder im alten Glanz.

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