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Schenefelder Tageblatt

19. Oktober 2017 | 04:16 Uhr

Schenefeld : Drohnen-Alarm sorgt für Unruhe

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Viele Bürger fühlen sich belästigt und beobachtet. Die Fluggeräte müssen von den Luftfahrtbehörden der Länder genehmigt werden.

shz.de von
erstellt am 16.Apr.2016 | 10:00 Uhr

Schenefeld | Heinz Grabert wusste erst gar nicht, wo dieses Dauersummen herkommt. Der Sache ging er nach und entdeckte auf der Wiese direkt hinter seinem Grundstück im Landschaftsschutzgebiet einen Mann – und der ließ eine Drohne über das Areal schweben, bis dicht an die Wohnbebauung. „Auf Nachfrage erklärte er, eine Genehmigung vom Schenefelder Bauamt zu haben. Einen Ansprechpartner konnte der Mann aber gar nicht nennen.“

Drohnen-Alarm in Schenefeld: Grabert schilderte den Vorfall am Donnerstagabend im Stadtentwicklungsausschuss. Er bat die Stadt zu prüfen, ob ein Drohnen-Einsatz im Landschaftsschutzgebiet überhaupt zulässig sei. Es geht aber nicht nur um Lärmbelästigung, sondern auch um die Privatsphäre der Schenefelder Bürger. Denn viele Drohnen sind mit Kameras bestückt. „Muss ich jetzt damit rechnen, dass ich auf meiner Terrasse auf Youtube zu sehen bin?“, fragte Grabert.

Der Vorfall im Landschaftsschutzgebiet ist kein Einzelfall. Grünen-Ratsherr Herbert van Gerpen berichtete von einem Drohnen-Einsatz in der Straße Aneken. „Man fühlt sich beobachtet, weiß gar nicht, was da passiert.“ Auch Bürgervorsteherin Gudrun Bichowski (SPD) sind die Drohnen am Himmel über Schenefeld schon aufgefallen. „Wir müssen dieses Thema ernst nehmen.“ Doch wer ist eigentlich zuständig für diese unbemannten Luftfahrzeuge? Schenefelds Stadtplaner Ulf Dallmann will sich an die Ordnungsbehörden des Kreises Pinneberg wenden und um Aufklärung bitten.

Kreispressesprecher Oliver Carstens sieht nach einer ersten Prüfung die Verantwortung aber nicht beim Kreis Pinneberg. Fakt ist: In Deutschland muss der Betrieb von unbemannten Luftfahrtsystemen genehmigt werden. Zuständig für die Erteilung einer Erlaubnis sind die Luftfahrtbehörden der Länder. Eine sogenannte Aufstiegserlaubnis kann erteilt werden, wenn die zuständige Luftfahrtbehörde festgestellt hat, dass die „beabsichtigte Nutzung des unbemannten Luftfahrtsystems nicht zu einer Gefahr für die Sicherheit des Luftverkehrs oder die öffentliche Sicherheit oder Ordnung führt.“

Drohnen als Problem: Nach Schätzung der Deutschen Flugsicherung sind in Deutschland rund 400  000 Drohnen für den privaten und kommerziellen Einsatz verkauft worden, bis 2020 werde die Zahl auf 1,1 Millionen steigen.

Private Drohnenflüge im Landschaftsschutzgebiet: Carstens weist darauf hin, dass es nach Naturschutzrecht zwar kein generelles Flugverbot gibt – außer natürlich in Naturschutzgebieten –, aber der Artenschutz trotzdem immer zu beachten ist. „Es geht darum zu verhindern, dass Tiere gestört werden. Vor allen Dingen in der Brut- und Setzzeit rät die Naturschutzbehörde dazu, möglichst nicht zu fliegen, um dem Artenschutz zu entsprechen. Der ist vor allem für Landschaftsschutz- und Grünlandgebiete von Bedeutung.“

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