Diskussion um „Wildwest-Bauten“

Die ehemalige Gartenhaus-Siedlung in Schenefeld beschäftigt die Politik. Die schmale Zufahrt erschwert momentan den Zugang – beispielsweise für die Feuerwehr.
Die ehemalige Gartenhaus-Siedlung in Schenefeld beschäftigt die Politik. Die schmale Zufahrt erschwert momentan den Zugang – beispielsweise für die Feuerwehr.

Illegale Häuser nördlich der Straße Aneken im Fokus der Schenefelder Politik / Kreis duldet die Siedlung, könnte sie aber auch abreißen

shz.de von
10. November 2018, 16:23 Uhr

Zu einer Entscheidung kam die Politik am Donnerstagabend nicht. Jedoch wurde im Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt deutlich, dass es schwierig wird, eine Lösung für dieses Problem zu finden: Es geht um die Siedlung im Außenbereich nördlich der Straße Aneken im Schenefelder Dorf. Dort stehen unerlaubt seit Jahrzehnten insgesamt zehn Häuser. Bauordnungsrechtlich wird die vorhandene Bebauung derzeit vom Kreis Pinneberg nur geduldet.

Nun hat laut Dallmann ein Grundstückseigentümer beantragt, einen B-Plan aufzustellen. Ungeordnet sind momentan laut Dallmann unter anderem der Umgang mit Abwasser und die verkehrstechnische Erschließung. Die Hütten wurden mit der Zeit zu Häusern ausgebaut und neue Gebäude errichtet.

Mit einem nachträglich erstellten B-Plan wäre die Bebauung legitimiert. Dies befanden nicht nur die Grünen für schwierig. Ausschussvorsitzender Mathias Schmitz (Grüne) führte an, dass ein gültiger B-Plan eine Wertsteigerung für die „Wildwest-Bauten“ zur Folge hätte. „Dann wird Acker zu Bauland.“ Von sieben Euro pro Quadratmeter könnten Eigentümer dann bis zu 500    Euro verlangen. Die Anwohner würden dafür belohnt, „Schwarzbauten errichtet zu haben“. Auch Herbert van Gerpen (Grüne) hielt es für falsch, Unrecht so zu Recht werden zu lassen. Holm Becker (CDU) befand hingegen, man müsse die Tatsache, dass die Hütten dort „aus der Not heraus“ nach dem Krieg erbaut worden seien, in die Beurteilung einbeziehen. Er halte es für falsch, die Häuser abzureißen. „Die Leute, die da wohnen, können auch wohnen bleiben“, sagte er. Schmitz erwiderte, die jetzigen Häuser seien im Wesentlichen in den letzten Jahren entstanden. Aenne von Wurmb (Grüne) urteilte: „Wir müssen eine Lösung finden, die rechtlich Bestand hat und die soziale Komponente berücksichtigt.“ Da die SPD Beratungsbedarf anmeldete, wurde die Entscheidung vertagt.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen