zur Navigation springen

Schenefeld : Die Verwaltung stellt die Sparliste vor

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Politik will Rotstift nicht an den Schulen ansetzen. Langfristig gibt die Stadt Schenefeld zu viel Geld aus.

shz.de von
erstellt am 14.Okt.2017 | 16:25 Uhr

Schenefeld | Die Ansage der Verwaltung war deutlich: Es muss gespart werden. So drehte sich in der jüngsten Bauausschusssitzung im Schenefelder Rathaus alles um potenzielle „Rotstift-Opfer“ im Haushalt 2018.

Der verwaltungsinterne Entwurf schloss im Ergebnisplan ursprünglich mit einem Defizit von 3,5 Millionen Euro ab. Die einzelnen Fachdienste wurden daher angehalten, entsprechende Einsparungen vorzunehmen. Aus diesem Grund hatte Bauamtschef Andreas Bothing mit seinem Team allein im Bereich seines Fachdienstes Einsparvorschläge über fast 1,5 Millionen Euro erarbeitet. Diese gelbe Liste wurde nun zunächst gemeinsam durchgearbeitet.

Das Dilemma, in dem die Politiker stecken, brachte Ausschussvorsitzende Susanne Broese (CDU) auf den Punkt: „Egal, was wir machen – es tut immer irgendwem weh.“ Bothing machte zu Beginn der Sitzung deutlich, dass die Stadt in den kommenden Jahren nicht auf demselben Niveau Geld ausgeben kann wie jetzt. „Im Moment geben wir für die Unterhaltung zu viel aus“, sagte er.

Änderungswünsche und Diskussionen zu den einzelnen Punkten sind erst bei der nächsten Sitzung im November vorgesehen. Danach erfolgt auch erst die Entscheidung des Gremiums. Jedoch wurde bereits deutlich, dass es Änderungswünsche gibt.

Die Verwaltung schlägt unter anderem vor, die Sanierung von vier Klassenräumen an der Grundschule Altgemeinde (220.000 Euro) ebenso zu streichen wie die Sanierung von vier Klassen an der Gorch-Fock-Schule (96.000 Euro). Als Einsparvorschlag soll auch die Erneuerung von sieben Klassen am Gymnasium dem Rotstift (350.000 Euro) zum Opfer fallen. Das wären die dicksten Brocken, die das Stadtsäckchen entlasten könnten. Auch die Umrüstung der Fahrzeughalle der Feuerwehr auf LED (20.000 Euro), der Umbau von einem Herren-WC im Obergeschoss zu einer Damendusche (15.000 Euro) und die Konzepterstellung zur Erneuerung der zentralen Gebäudesteuerung der Wehr (5.000 Euro) stehen auf dem Prüfstand. Kleinere Beträge könnten wegfallen, wenn die Politik dem Verwaltungsvorschlag folgt und die Sanierung der Sanitärräume an der Gorch-Fock-Schule (50.000 Euro), die Erneuerung der Außenbeleuchtung (5000 Euro) und den Fluranstrich in der Schule (6000 Euro) vertagt. Auch bei der Unterhaltung weiterer, vermieteter städtischer Gebäude könnte gespart werden.

Bei all den Sparmaßnahmen könnte übersehen werden, dass die Stadt auch weiterhin stark investiert: Insgesamt sind nach jetzigem Stand im Ergebnisplan Maßnahmen in Höhe von 4,5 Millionen Euro für den Fachbereich vorgesehen. Die investiven Maßnahmen belaufen sich auf etwa 1,3 Millionen Euro.

Ohnehin ist zweifelhaft, ob am Ende wirklich noch viel von der Vorschlagsliste der Verwaltung bleibt. Denn wie berichtet kann die Stadt das errechnete Defizit aller Voraussicht nach durch lukrative Grundstücksverkäufe im kommenden Jahr decken. Besonders zu den Einsparungen bei den Schulen – beispielsweise bezüglich der Klassenraumsanierung – ließ die Politik bereits durchblicken, dass sie damit so nicht einverstanden sind. „Es wird eine klare Mehrheit für die Klassenraumsanierungen geben“, kündigte Kai Harders (SPD) bereits an.

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen