Lärm in Schenefeld : Die Umfahrung ist vom Tisch

Verlagerung auf Osterbrooksweg wird nicht untersucht.

shz.de von
16. Mai 2015, 16:59 Uhr

Schenefeld | Sechs Lärmbrennpunkte haben die Gutachter in Schenefeld festgestellt. Tagsüber sind 2020 Einwohner betroffen, nachts 1110. Ein ganzes Maßnahmenpaket wurde geschnürt, um die Lärmbelastungen zu reduzieren. Eine Alternative ist jetzt endgültig vom Tisch: Der Verkehr wird nicht von der Hauptstraße und der Blankeneser Chaussee auf den Osterbrooksweg verlagert. Die Politik hat sich gegen eine umfangreiche und damit auch teure Grundlagenuntersuchung entschieden. Diese wäre laut Grünen- Ratsherr Herbert van Gerpen aber gar nicht nötig gewesen. „Wir hätten uns die Option der Verlagerung erhalten können.“ Fakt ist: Im Rahmen des Lärmaktionsplanes der Stufe eins war genau diese Verlegung noch beschlossen worden. Der Durchgangsverkehr sollte raus aus dem Dorf. Allerdings hatte die Straßenverkehrsbehörde damals die Verlegung der Landesstraße abgelehnt und darauf hingewiesen, dass im Bereich der Kreuzung Osterbrooksweg, Altonaer Chaussee, Industriestraße die Grenzen der Leistungsfähigkeit erreicht seien. Schenefelds Bauamtschef Günther Leimert hatte von der Verlagerung des Verkehrs abgeraten. Nicht nur, weil der nötige Rückbau der Straßen viel Geld kosten würde, sondern auch, weil im Osterbrooksweg ebenfalls viele vom Lärm betroffene Bürger wohnten. Leimert setzt in der Blankeneser Chaussee weiter auf eine Temporeduzierung von 50 auf 30 Stundenkilometer. Die Lärmbelastung würde sich um bis zu drei Dezibel verringern. Die Gespräche mit der zuständigen Straßenverkehrsbehörde laufen – und laut Leimert gibt es positive Signale. Auch die Gutachter vom Lärmkontor Hamburg haben der Stadt empfohlen, auf diesem Abschnitt Tempo 30 einzuführen. Denn die als krankmachend geltenden Richtwerte – 70 Dezibel am Tag und 60 Dezibel nachts – werden in diesem Bereich um bis zu sieben Dezibel überschritten.

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