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Fördermittel für Schenefeld : Die Stadt will ran ans Geld

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Kiel gibt die Zusage für die Aufnahme in das Städtebauförderprogramm. Nun soll ein neues Stadtkernkonzept aufgestellt werden.

Das Ringen um einen Stadtkern: Jetzt kann Schenefeld auf finanzielle Unterstützung vom Bund und vom Land hoffen. Das Kieler Innenministerium hat entschieden, dass Schenefeld schon in diesem Jahr in das Städtebauförderprogramm „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“ aufgenommen werden könnte. Bis zum 31. März muss die Stadt einen entsprechenden Antrag stellen. Darüber entscheidet am Donnerstag, 30. Januar, die Ratsversammlung. Im August 2013 hatte Schenefeld in Kiel angeklopft und sein Interesse an dem Förderprogramm bekundet (diese Zeitung berichtete). Erfolgreich.

Die Stadt will ran ans Geld. Zirka 100 Millionen Euro stellt Berlin pro Jahr zur Verfügung. Im Jahr 2013 lagen im schleswig-holsteinischen Fördertopf 7,4 Millionen Euro parat. Bisher wurde kreisweit nur Pinneberg in das Förderprogramm aufgenommen. Nach Schenefeld könnten über mehrere Jahre Fördermittel fließen. Ein Drittel der Kosten einzelner Projekte trägt die Stadt, den Rest schießen Bund und Land zu.

Eigene Arbeitsgruppe für neue „Stadtmitte“

Dorf und Siedlung: Schenefeld ist eine geteilte Stadt, die von der vierspurigen LSE regelrecht in zwei Teile zerschnitten wird. Es gibt kein historisches Zentrum, keinen Stadtkern – nur einen Einkaufstempel, der das Stadtzentrum in seinem Namen trägt. Das soll sich ändern. Eine eigene Arbeitsgruppe wurde eingerichtet, die im Februar erstmals tagt. Die neue „Stadtmitte“ soll zu einem Zentrum von Kultur, Versorgung, Freizeit und Dienstleistungen werden. Auch innerstädtisches Wohnen soll zu einer Belebung des Zentrums führen. Die Voraussetzungen sind gut. Rund um den Rathausplatz im Süden ist die Stadt im Besitz zahlreicher Grundstücke, hatte zuletzt das alte Postgebäude am Heisterweg gekauft.

Das Problem: Es gibt keine Verknüpfung zwischen dem „Stadtzentrum“ im Norden und dem Rathausareal im Süden. Die LSE bleibt ein dicker Klotz, die dem Stadtkerngedanken entgegensteht. Ein Konzept für die Entwicklung der Stadt liegt seit 2004 in den Schubladen des Rathauses. Vieles – wie ein Rathausneubau im Norden – ist längst überholt. Im Rahmen des Förderprogrammes soll das Konzept aktualisiert werden. Die Stadt träumt von einem Rückbau der LSE und einem großen Kreisverkehr stadtauswärts in Richtung Pinneberg. 25.000 Quadratmeter Fläche in Zentrumsnähe könnten so gewonnen werden. Doch diese Entscheidung obliegt nicht der Stadt, es handelt sich um eine Landesstraße. Eine weitere Überlegung zur Stärkung des Zentrums ist die Verlegung des Busbahnhofes vom Schenefelder Platz ran ans „Stadtzentrum“. Das Ziel: Der ÖPNV und der nicht motorisierte Verkehr sollen in einem künftigen Zentrum gestärkt werden.

Bürgermeisterin Christiane Küchenhof hat Schenefeld in Kiel als „wachsende Stadt mit Entwicklungspotenzial und Standort der im Bau befindlichen Großforschungsanlage European XFEL“ angepriesen. Die Entwicklung eines vitalen Stadtzentrums werde nicht nur für die Gesamtstadt, sondern auch für die Region bedeutsame Auswirkungen entfalten.

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erstellt am 27.Jan.2014 | 12:00 Uhr

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