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Schenefeld : Die Stadt übergibt Waldorf-Kindergarten an Förderzentrum Friedrichshulde

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Der gewaltige Kita-Kraftakt: Der Neubau sorgte monatelang für heftigen Streit und viel Ärger.

shz.de von
erstellt am 12.Feb.2015 | 12:15 Uhr

Schenefeld | Babyalarm in Schenefelds neuem Kindergarten. Zahlreiche Eltern nutzten gestern die offizielle Einweihung der Einrichtung, um sich vor Ort den Neubau an der Lindenallee anzuschauen. Die Begeisterung über die „Biene Sonnenstrahl“ war überall zu spüren. Aber auch die Erleichterung bei allen Verantwortlichen.

Ende gut, alles gut. So lautete das Motto des Tages. Mit keinem Wort ging Schenefelds Bürgermeisterin Christiane Küchenhof auf das Chaos und die Verwerfungen ein, die dieser sich schier endlos hinziehende Neubau mit sich brachte. Sie sprach von einem Vorzeigeprojekt, auch im energetischen Bereich. 88.000 Euro hat die Stadt zusätzlich in das Gebäude investiert, um den neuesten Standards gerecht zu werden. Bei der Wärmeversorgung setzt die Stadt erstmalig in öffentlichen Gebäuden auf eine Eisspeicherheizung.

Schenefelds ehemalige Krisen-Kita wurde in knapp sieben Monaten Bauzeit zur Muster-Kita. Ein gewaltiger Kraftakt. Seit August 2014 wurde auf der Baustelle unter der Regie der Stadt malocht. Schenefeld drückte gewaltig aufs Tempo. Es ging um die Fördergelder von Bund, Land und Kreis in Höhe von 340.000 Euro, aber auch um die so dringend benötigten Betreuungsplätze in Schenefeld.

Küchenhof übergab an die künftige Kita-Leiterin Morna Fiedler den Schlüssel für die Einrichtung – der Anhänger ist natürlich eine Biene. Fiedler fehlten in diesem besonderen Moment fast die Worte. „Es hat lange gedauert. Wir haben lange gewartet. Ich wünsche mir, dass die Kinder in diesen Räumen viele fröhliche Stunden verbringen werden.“

Die Nachfrage von Elternseite war groß. Laut Fiedler sind bereits alle Plätze vergeben. Im März wird der Betrieb mit zunächst zwei Gruppen, zehn Krippen- und 20 Elementarplätze, starten. Die dritte und vierte Gruppe werden dann ab 1. August folgen. In Schenefelds neuer Vorzeige-Kita wird es dann Platz für 55 Jungen und Mädchen geben. 1,4 Millionen Euro hat der Neubau gekostet. Die Außenanlage wird in den kommenden Wochen fertiggestellt.

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Ein Waldorf-Kindergarten in Schenefeld: Er ergänzt das bestehende Angebot von Kirchen, der Lebenshilfe, der Rasselbande und der Arbeiterwohlfahrt. „Schenefelds Eltern haben noch mehr Wahlmöglichkeiten“, betonte Küchenhof. Acht Kindergärten gibt es jetzt in der Stadt – und damit 725 Betreuungsplätze. An der Lindenallee können jetzt – endlich – die Jungen und Mädchen „einziehen“.

Das  Drama an der Lindenallee  Die  Chronologie

  • Im Juni 2012 fällt die Entscheidung für eine Waldorf-Kita. Träger und Bauherr ist das Förderzentrum Friedrichshulde. Die Kosten betragen zirka eine Million Euro. 432000 Euro sollen als Fördermittel von Bund und Kreis kommen, den Rest finanziert der Bauherr über ein Darlehen.
  • Ende Oktober 2012 wird der Grundstein an der Lindenallee gelegt. Die Eröffnung ist für Mai 2013 geplant.
  • Im November 2012 folgt der Schock. Der Kreis Pinneberg friert die Fördergelder ein, weil es bei der Ausschreibung zu gravierenden Fehlern des Architekten gekommen ist. Das Kita-Projekt steht vor dem Aus. Der Rohbau wird monatelang zur Baustelle ohne Bauarbeiter. Die Stadt schaltet sich ein, findet gemeinsam mit dem Kreis eine Lösung. Sie schließt mit dem Förderzentrum auf freiwilliger Basis einen Beratungsvertrag.
  • Februar 2013: Auf der Baustelle passiert weiter nichts. Die Zusammenarbeit zwischen Stadt und Förderzentrum funktioniert nicht. Die Stadt wirft Friedrichshulde vor, Aufgaben nicht zu erfüllen. Der Bauherr sieht die Schuldigen dagegen bei der Stadt und beim Kreis.
  • Oktober 2013: Die Stadt will die Kita retten: Nach langem Streit willigt Friedrichshulde ein, dass die Stadt den Bau übernimmt.
  • November 2013: Es tobt ein Streit um den Kaufpreis für den Rohbau. Friedrichshulde lehnt Gutachter-Vorschlag ab. Man einigt sich schließlich auf 188.000 Euro.
  • Dezember 2013: Ein Stück aus dem Tollhaus - plötzlich fordert Friedrichshulde die Fördermittel vom Kreis, um selbst weiter zu bauen. Die Stadt stellt dem Förderzentrum ein Ultimatum.
  • April 2014: Geschafft: Der Vertrag ist unterschrieben. Die Stadt übernimmt.
  • August 2014: Die Bauarbeiten gehen endlich weiter.
  • Februar 2015: Die Kita wird offiziell eingeweiht.
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