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Flüchtlinge in Schenefeld : Die Stadt kümmert sich

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Die SPDmacht sich für ein Kompetenzbüro Migration stark. Auch eine neue Halbtagsstelle ist beantragt. Die CDU setzt auf den Ehrenamtskoordinator.

Schenefeld | 49 Flüchtlinge leben zurzeit in Schenefeld. Und es werden noch mehr. Da ist sich Axel Hedergott sicher. Schenefelds Sozialamtschef hält schon jetzt Ausschau nach weiteren Wohnungen, die die Stadt anmieten kann. 2015 könnte die Zahl der Flüchtlinge auf bis zu 85 steigen. Doch die Unterbringung der Asylbewerber reicht Hedergott nicht. „Wir haben uns entschieden, die Flüchtlinge in Deutschland aufzunehmen. Dann haben wir auch die Pflicht, uns um diese Menschen zu kümmern. “

Im Rathaus hat Hedergott inzwischen eine fünfköpfige Arbeitsgruppe eingerichtet. Unter anderem kümmern sich Sozialarbeiterin Lisa Stobl und Susanne Eggert, Leiterin der Sozialberatung, um die Flüchtlinge. Zusätzlich zu dem, was sie sonst täglich bewältigen müssen. „Diese Aufgabe ist mit dem vorhandenen Personal nicht länger leistbar“, sagt der Sozialamtschef. Schenefelds Politik reagiert. CDU und SPD marschieren in die gleiche Richtung. Es geht um Integration und soziale Hilfe.

Die CDU setzt auf eine ehrenamtliche Koordinierung der Asylbewerberhilfe. Die Betreuungskostenpauschale des Landes soll genutzt werden, um einen Träger zu finden, der diese Aufgabe in Schenefeld übernimmt. „Es braucht viele helfende Hände“, sagt CDU-Ratsfrau Katrin von Ahn-Fecken.

Die SPD geht noch einen Schritt weiter. Sie möchte ein Kompetenzbüro Migration im Rathaus einrichten. Es geht um eine neue Halbtagsstelle, die schon für kommendes Jahr geschaffen werden soll. Die Kosten liegen bei zirka 35.000 Euro. „Im Rathaus soll eine zentrale Anlauf- und Koordinierungsstelle eingerichtet werden, um Anfragen und die Anliegen der Flüchtlinge und Asylbewerber zu bündeln“, sagt SPD-Ratsfrau Monika Stehr. Sie verweist darauf, dass viele Menschen, die aus Syrien oder Afghanistan nach Schenefeld kommen, traumatisiert seien und professionelle Unterstützung bräuchten. In Schenefeld solle ein Netzwerk entstehen, in dem der hauptamtliche Koordinator durch freiwillige Helfer unterstützt werde. Laut Stehr gehe es um Dolmetscher, um Hilfe bei Behördengängen, bei Arztbesuchen und der Suche nach einem Kita-Platz. Ein Flyer sei geplant, in dem unter anderem auf die Schenefelder Tafel und den Verein „Glücksgriff“ hingewiesen wird.

Menschen, die durch Krieg und Vertreibung ihre alte Heimat verloren haben und eine neue in der Fremde suchen: Schenefeld muss das Problem – wie andere Kommunen auch – meistern. Sozialamtschef Hedergott plädiert für eine „Willkommenskultur“, um den Flüchtlingen den Start in Schenefeld zu erleichtern. Eine Entscheidung über das Kompetenzbüro Migration soll in der nächsten Sitzung des Sozialausschusses am 6. November fallen.

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erstellt am 29.Okt.2014 | 10:00 Uhr

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