zur Navigation springen

Streitfall Schulzentrum Achter de Weiden : Die Solaranlage ist gestrichen – Grüne sind sauer

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Jochen Ziehmann spricht von einer falschen Entscheidung. Das benötigte Geld hätte bei anderen Projekte eingespart werden können.

shz.de von
erstellt am 10.Mai.2016 | 16:28 Uhr

Schenefeld | Erst wurde sie aus dem Nachtragsetat für 2015 gestrichen – jetzt ist der Bau von zwei Photovoltaikanlagen auf den Dächern des Schulzentrums Achter de Weiden auch von der Vorhabenliste für dieses Jahr geflogen. Sehr zum Ärger der Grünen: „Mit einer Photovoltaikanlage auf dem Dach könnten wir im Schulzentrum einen Großteil unseres Stromes umweltfreundlich und kostengünstig selber erzeugen“, betont Grünen-Ratsherr Jochen Ziehmann, der auch Vorsitzender des Energieausschusses ist. Durch die eingesparten Energiekosten würden sich die Anlagen – für sie war eine Investition in Höhe von 100.000 Euro vorgesehen – selbst finanzieren. Ziehmann: „Die vorhandenen Solaranlagen auf den Turnhallen spülen jedes Jahr gut 17.000 Euro in die Stadtkasse.“

Der Grüne erinnert daran, dass der Energieausschuss in seinem Energie- und Klimaschutzkonzept eine Photovoltaikanlage mit den Stimmen aller Fraktionen vorgesehen habe. Der Rat habe dem Konzept ebenso einstimmig zugestimmt. „Die eifrigen Kollegen im Rathaus haben Daten besorgt, Konzepte erstellen lassen, Angebote eingeholt und zwei Dächer für statisch geeignet erklärt. Nun hätte es eigentlich losgehen sollen.“

„Die Anlagen wurden ohne Not ein zweites Mal gestrichen“, sagt Jochen Ziemann.

„Die Anlagen wurden ohne Not ein zweites Mal gestrichen“, sagt Jochen Ziemann.

Doch daraus wurde nichts. Zunächst stoppten CDU und SPD den Bau der Anlagen im Jahr 2015. Ende April sprach sich dann eine Mehrheit im Bauausschuss gegen die Realisierung in diesem Jahr aus. „Ohne Not“, wie Ziehmann betont. Die Anlagen wurden zum zweiten Mal gestrichen, diesmal um die Mehrkosten für die Aufstockung des Hortgebäudes am Wurmkamp finanziell zu sichern. Für dieses Projekt fehlten nach Planungsfehlern plötzlich 160.000 Euro.

„Das ist für uns vollkommen unverständlich, zumal gut 1,7 Millionen Euro für die zweite, in diesem Jahr nicht benötigte Flüchtlingsunterkunft zur Verfügung standen“, sagt Ziehmann. Die Begründung, dass die Stadt zunächst die Dächer am Schulzentrum sanieren wolle, um danach eine viel größere Solaranlage darauf zu setzen, klingt laut Ziehmann auf den ersten Blick zwar überzeugend. „Ist es aber nicht. Wenn jetzt schon fest steht, dass die beiden vorgesehenen Dächer gar nicht saniert werden, sollte man jetzt schon Module auf ihnen montieren. So sichern wir uns die heutigen Vergütungssätze, die sich laut Energieeinspeisegesetz monatlich verringern und reduzieren, auch jetzt schon unsere Stromkosten.“

Nun bleibe nur zu hoffen, dass die anderen Fraktionen sich nach Abschluss der Dachsanierung noch daran erinnern, eine große Anlage zu installieren – „und dass uns weitere Überraschungen erspart bleiben“, betont der Grünen-Abgeordnete.

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen