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Der eigene Strom : Die Solar-Nachbarn von Schenefeld

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Fünf Bürger nehmen die Energiewende selbst in die Hand. Mit Photovoltaikanlagen auf dem Dach Strom für Eigenverbrauch produzieren.

Schenefeld | Dienstag, 11.30 Uhr: Blauer Himmel. Strahlender Sonnenschein. „An solchen Tagen laufen in unserer Familie die Geräte, zum Beispiel die Waschmaschine, der Trockner und der Geschirrrspüler. Auch mehrmals“, sagt Klaus Brüning. Geld kostet ihn das nicht. Denn der Schenefelder produziert seinen eigenen Strom, mit einer kleinen Solaranlage auf dem Dach des Reihenhauses – und er verbraucht ihn direkt im Haushalt. Das Wetter hat er dabei immer im Blick.

Brüning ist „Mitglied“ einer in Schenefeld einzigartigen Solar-Nachbarschaft. Im Hünenkamp reiht sich auf den Dächern des Reihenhauskomplexes eine Solaranlage an die andere. Denn auch Ralph Behrens, Udo Sauerbrey, Eberhard Woelk und Willy Kanow setzen auf den Strom aus den „Sonnenkraftwerken“. Das Team-Motto der Solar-Nachbarn lautet: Bürger nehmen die Energiewende selbst in die Hand.

Vor einem Jahr haben sich die Fünf zusammengetan und das Projekt professionell vorangetrieben. Kanow, der Ideengeber und Antreiber, übernahm die technische Betreuung. Klaus Brüning, der Banker, die Kostenkontrolle. Sauerbrey war für die Dachstatik verantwortlich und Woelk und Behrens führten die Verhandlungen mit den Handwerkern. „Herausgekommen ist eine hocheffiziente Photovoltaikanlage für jedes Haus“, betont Kanow.

Die Stromkosten reduzieren

Das spüren die Solarfreunde in der Haushaltskasse. Die Stromkosten konnten deutlich reduziert werden und zwar um bis zu 700 Euro im Jahr. Früher hat Brüning 5200 Kilowattstunden pro Jahr einkaufen müssen. Mit dem Kraftwerk auf dem Dach waren es jetzt nur noch 2600 Kilowattstunden. Finanziell rentiert sich das Geschäft für Stromproduzenten. Zwischen 7000 und 8000 Euro haben sie in die Anlagen – 3,2 Kilowatt Pik – investiert. „Die Amortisationszeit beträgt acht Jahre“, sagt Behrens – bei einer Lebensdauer der Module von bis zu 20 Jahren. „Diese Geldanlage verzinst sich mit sechs Prozent“, hat Kanow berechnet. Aber es geht eben nicht nur ums Geld. Die Solar-Nachbarn haben die Umwelt im Blick. Der selbstproduzierte Strom ist zu 100 Prozent kohlendioxidfrei. „Wer wirklich grünen Strom will, der muss ihn selbst produzieren und auch selbst verbrauchen“, betont Kanow.

Schenefeld will noch in diesem Jahr als energieeffiziente Kommune zertifiziert werden. 2015 wurde zum Energiejahr ausgerufen. Im Hünenkamp wird die postulierte Energiewende längst gelebt. Und die Fünf sind bereit, ihre Erfahrungen und ihr Wissen weiterzugeben, damit noch mehr Schenefelder mitmachen. Für die Umwelt, für das eigene Portemonnaie. Die Solar-Nachbarn möchten in Kooperation mit der Stadt Schenefeld einen Photovoltaik-Workshop anbieten.

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erstellt am 20.Mär.2015 | 10:00 Uhr

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