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Das Sonntagsgespräch : Die Silberne Rose blüht weiter

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Heute mit Kai Hildebrandt von der Tanzsportabteilung des VfL Pinneberg.

shz.de von
erstellt am 05.Jun.2016 | 15:00 Uhr

Pinneberg | Kai Hildebrandt ist seit kurzem Vorsitzender der Tanzsportabteilung des VfL Pinneberg. Im Sonntagsgespräch erklärt er unter anderem, was ihn am Tanzsport fasziniert und warum es schwierig ist, hochkarätige Veranstaltungen auszurichten.

Was haben Sie sich für Ihre Arbeit als Vorsitzender vorgenommen?
Altes bewahren, wenn es gut war. Und das, was nicht optimal lief, möglichst verbessern. Mir persönlich ist Transparenz und Teamarbeit sehr wichtig. Ich will andere mit einbeziehen und ihnen die Möglichkeit geben, selbst Entscheidungen zu treffen und eigene Ideen einzubringen. Jeder soll das Gefühl haben, dass er etwas bewegen kann.

Was war Ihre Motivation, für das Amt zu kandidieren?
Ich war mehrere Jahre stellvertretender Vorsitzender und weiß, was mich erwartet. Als für meinen Vorgänger Edgar Haßfurther feststand, dass er nicht mehr kandidiert, hat er schon ein wenig los gelassen. Deshalb habe ich auch schon mehrere Turniere organisiert und muss nicht mehr bei null anfangen. Ich hätte mir allerdings gewünscht, dass der Vorsitz erst einige Jahre später an mich fällt. Da ich noch voll im Berufsleben stehe, ist es gar nicht so leicht, Arbeit und ein solch zeitintensives Ehrenamt unter einen Hut zu bringen.

Wie geht es mit der „Silbernen Rose“ weiter?
Ich denke, wir werden sie weiter ausrichten. In welcher Form wird sich zeigen. Vielleicht wäre es möglich, die Veranstaltung mit der Sportlerehrung der Stadt zu kombinieren. Wie es genau weiter geht, steht aber noch nicht fest. Jetzt kann ich nur sagen, dass wir schon einen Termin im Cap Polonio reserviert haben.

Wie sieht Ihre Arbeit als Vorsitzender aus?
Im Prinzip bin ich das Mädchen für alles. Der Vorsitzende leitet die Abteilung nach innen und nach außen. Wenn irgendjemand ausfällt, bin ich dafür verantwortlich, dass trotz allem alles läuft. Hilfreich ist, dass wir vor kurzem im Vorstand eine Aufgabenteilung festgelegt haben. Eine große Entlastung bedeutet auch die Bildung eines Festausschusses, der die Organisation größerer Veranstaltungen begleiten wird. Einige Dinge, wie zum Beispiel auf unseren Veranstaltungen die Musik „aufzulegen“, werde ich in Zukunft nicht mehr machen können, weil ich der zentrale Ansprechpartner bin, wenn es irgendwo hakt.

Hat die Abteilung mit Problemen zu kämpfen?
Die Finanzierung der größeren Turniere wird immer schwieriger. Weniger Zuschauer, Hallennutzungsgebühren der Stadt – es ist nicht leicht, die Kosten zu decken. Zum Glück können wir die Rübekamphalle relativ preisgünstig nutzen. Ansonsten wäre es fast unmöglich, solche Veranstaltungen zu organisieren. Früher hatten wir bis zu 400 Besucher. Beim Deutschlandpokal waren es vor kurzem nur noch etwa 150.

Woran liegt das?
Das Interesse am Tanzsport ist offensichtlich geringer geworden. In den 1980er und 1990er Jahren wurden in der Sportschau oder im Aktuellen Sportstudio auch mal Tanzwettkämpfe gezeigt. Heute ist bestenfalls mal etwas in den dritten Programmen zu sehen. Außer „Let’s Dance“. Das ist aber mehr Unterhaltung als Tanzsport.

Was bedeutet Ihnen das Tanzen?
Ich bin mit Mitte Dreißig relativ spät in das Turniertanzen eingestiegen. Aber wenn man einmal Blut geleckt hat, ist es wie eine Sucht und man trainiert bis zu fünf Mal die Woche, weil man es sich gar nicht mehr anders vorstellen kann. Tanzen ist ein tolles Hobby. Die Bewegung zur Musik bringt einfach Spaß und wenn dann – wie bei mir – die Möglichkeit besteht, mit der eigenen Ehefrau zu tanzen, ist das optimal.

Was zeichnet einen guten Tänzer aus?
Disziplin und Ausdauer. Ohne die notwendige Eigenmotivation, sich ständig zum Training aufzuraffen, geht gar nichts. Es reicht nicht, wie bei den Mannschaftssportarten sich nur auf die regulären Übungseinheiten zu beschränken. Man muss bereit sein, auch nach einem stressigen Arbeitstag am Abend noch ein oder zwei Stunden etwas zu tun. Die komplexen Bewegungsabläufe müssen automatisch und ohne Nachdenken erfolgen. Und Automatismen erreicht man nur durch ständiges Wiederholen.

Was ist Ihr Lieblingstanz?
Der langsame Walzer. Der ist eher schnell und der komplexeste Tanz überhaupt. Je schwieriger, desto besser. Ich liebe Herausforderungen.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft der Abteilung?
Steigende Mitgliederzahlen. Der Altersschnitt wird immer höher, weil es schwierig ist, Nachwuchs zu gewinnen. Um daran etwas zu ändern, haben wir im Kinder- und Jugendbereich einiges angestoßen und werden unter anderem für Kinder ab zehn Jahren Videoclip-Dancing anbieten. Wir müssen einfach transportieren, dass Tanzen ein toller Sport ist, der nicht nur etwas mit schicken Kleidern und teuren Anzügen zu tun hat.

Kai Hildebrandt (50) ist seit Ende April Vorsitzender der Tanzsportabteilung im VfL Pinneberg. Der Physik-Ingenieur ist verheiratet und arbeitet bei Airbus.
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