Frühjahrsputz in Schenefeld : Die Selbsthilfewerkstatt braucht Räder

Gemeinsam für mehr Mobilität und Unabhängigkeit: Karin Harders (v. l.), Otto Koch, Kai Harders und Rolf Depping machen die Fahrradwerkstatt frühlingsfit.
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Gemeinsam für mehr Mobilität und Unabhängigkeit: Karin Harders (v. l.), Otto Koch, Kai Harders und Rolf Depping machen die Fahrradwerkstatt frühlingsfit.

Kai Harders bringt Schenefelder Einrichtung auf Vordermann. Flüchtlinge werden in der Mobilität unterstützt.

shz.de von
28. März 2017, 16:12 Uhr

Schenefeld | Es rumort kräftig in der kleinen roten Garage am Holstenplatz in Schenefeld. Karin Harders schwingt den Besen, während Ehemann Kai Harders alte Fahrräder repariert. Rolf Depping und Otto Koch stehen dem für die Werkstatt verantwortlichen Harders zur Seite. Die drei Herren gehören bereits seit einem Jahr zum harten Kern der Fahrrad-Selbsthilfewerkstatt.

„Es ist klasse, dass ich für das Projekt ein tolles Team gefunden habe“, sagt Harders. Mit Otto Koch und dem gelernten Kfz-Mechaniker Depping stehen ihm schon seit einem Jahr zwei sachkompetente Schrauber zur Seite. Die Herren sind dabei, Fahrräder zu sortieren und „auszuschlachten“. Nach diesem Procedere werden die nicht mehr brauchbaren Fahrradteile in Tornesch entsorgt.

Karin Harders steht ihrem Mann als rechte Hand zur Seite. Sie nimmt Anrufe rund um Fahrrad-Spenden entgegen. „Sollten Ersatzteile benötigt werden, versuche ich sie im Laden zu beschaffen“, erläutert Karin Harders. „Wir helfen, weil wir die Notwendigkeit sehen, Menschen mobil zu machen“, sagt Kai Harders. Er bezeichnet Räder als kostengünstige, nachhaltige und umweltschonende Fahrzeuge.

Seine Team-Kollegen engagieren sich aus ähnlichen Motiven. „Das Projekt ist in gewisser Hinsicht eine Integrationshilfe“, ergänzt Koch. Menschen müssten heutzutage mobil sein, um am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben. Die neuen Besitzer könnten das in Schuss gebrachte Zweirad nutzen, um Sprachkurse zu besuchen sowie Bekannte in ihrer Freizeit zu treffen. Einige nutzen die Naherholungsgebiete als Ausflugsziel. „Mein Engagement ist für mich sinnvoll, weil wir hier nicht mehr benötigten Wohlstands-Müll in Form alter Fahrräder einer sinnvollen Verwertung zuführen“, erläutert Depping. Zahlreiche Keller stünden voll mit solchen Rädern. „Wir benötigen sie dringend“, betont Harders. Spender können sich bei ihm und seiner Frau unter 040-83019811 melden. Der Werkstatt-Chef holt sie dann persönlich ab. Die Räder können natürlich auch donnerstags in der Werkstatt zu den Öffnungszeiten abgegeben werden.

Die Herren reparieren die Räder von nun an donnerstags von 13 bis 16 Uhr. Diese Woche geht’s los. Die gespendeten Fortbewegungsmittel werden aufgearbeitet, damit sie verkehrssicher sind. Die Mehrzahl der Räder geht an Menschen mit Fluchthintergrund. „Wir richten die Räder aber generell für alle Bedürftigen her“, sagt Koch. Die Garage liegt genau hinter dem Schenefelder Bürgerbüro gegenüber dem „Stadtzentrum“ am Holstenplatz. Helfer in der Werkstatt sowie Sachspender von Fahrrädern, Ersatzteilen und Werkzeugen sind natürlich jederzeit willkommen.

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