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Grünen-Fraktionschef Schmitz : Die Radwege sind in einem schlechten Zustand

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Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Schenefeld | Radfahrer auf die Straße. Fahrradstraßen. Schutzstreifen und Fahrradstreifen auf der Fahrbahn. Das Thema Radfahren in Schenefeld wird seit Monaten diskutiert – durchaus kontrovers. „Lange wurde Radfahren verkehrspolitisch nicht wirklich ernst genommen, doch jetzt tut sich was in Schenefeld. Die alten viel zu schmalen und schlechten Radwege werden als ungenügend anerkannt und sind nicht mehr benutzungspflichtig“, sagt Grünen-Fraktionschef Mathias Schmitz. Ihm ist es wichtig, aufzuklären, Missverständnisse und Fehlinterpretationen aus der Welt zu schaffen.

„Es stimmt nicht, dass Kinder und Jugendliche auf die Straße geschickt werden“, betont der Grünen-Politiker. Er verweist auf den Flyer der Stadt Schenefeld, der in Kürze an alle Haushalte verteilt wird und in denen die grundlegenden Regeln dargestellt werden.

Schmitz verweist darauf, dass die Bedingungen für Radwege seit 1999 schrittweise verschärft worden sind. „Sie müssen vor allem sehr viel breiter sein. So breit, dass sie in Schenefeld an fast keiner Straße überhaupt noch angelegt werden können.“ Da Fahren auf den Radwegen außerdem zunehmend als höheres Risiko eingeschätzt werde, als das Radfahren auf der Fahrbahn, würden zahlreiche Radwege in Frage gestellt. „So wird in Schenefeld die Radwegebenutzungspflicht für fast alle Hauptverkehrsstraßen aufgehoben. Und das aus gutem Grund. Die bisherigen Radwege sind überwiegend in einem schlechten bis sehr schlechten Zustand und sie sind alle viel schmaler, als es heute nach der Straßenverkehrsordnung geboten ist.“

Bisher hätten Radfahrer die schlechten und zu schmalen Radwege nutzen müssen. Ab jetzt hätten sie die Wahl: Sie könnten auf der Straße fahren oder sie könnten wie bisher die Geh- und Radwege benutzen. Schmitz: „Radler, die zügig unterwegs sind und sich auf der Straße sicher fühlen, werden die Straße benutzen. Menschen, welche die unmittelbare Nähe der Autos als Gefährdung wahrnehmen und sich daher auf der Straße unsicher fühlen, werden die mit ‚Radfahrer frei‘ beschilderten Gehwege benutzen.“ Niemand werde gezwungen, die Straße zu nutzen.

Schmale Straßen

Fahrradstreifen gibt es bisher in Schenefeld nicht: „Sie sind durch eine durchgezogene Linie markiert, sind Radwege auf der Straße. Sie dürfen somit von Autofahrern auch nicht beparkt oder befahren werden“, betont Schmitz. Radler müssten Fahrradstreifen befahren, sofern sie vorhanden sind. Schmitz geht davon aus, dass es in Schenefeld Fahrradstreifen auch längerfristig nicht geben werde, da die vorhandenen Straßenbreiten dies nicht hergeben.

Schutzstreifen, sie sind durch eine durchbrochene Linie markiert, dürften von Autofahrern befahren werden. Schmitz: „Sie erinnern Autofahrer permanent daran, dass sie mit Radfahrern rechnen müssen. Radfahrer können die Schutzstreifen befahren, müssen es aber nicht.“ Schutzstreifen seien somit weniger für die Radler, als vielmehr ein Dauersignal „Vorsicht Radfahrer“ an die Autofahrer, sagt der Grünen-Politiker. Da es keine Benutzungspflicht für Schutzstreifen gebe, könnten Radler wie bisher auch die jetzt mit ‚Radfahrer frei‘ beschilderten Gehwege nutzen.

Anders sei es in den Tempo-30-Zonen: Vorhandene Radwege dürften benutzt werden. „Bei Sanierungen werden diese alten Radwege aber längerfristig gegen verbreiterte Gehwege verschwinden“, betont Schmitz.“ Ansonsten gebe es in Tempo-30-Zonen keine einschränkende Beschilderung für Radfahrer. Damit greife die Grundregel: „Erwachsene Radfahrer und auch Jugendliche müssen auf der Fahrbahn fahren.“

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erstellt am 08.Jun.2016 | 16:17 Uhr

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