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Der Investor setzt sich durch : Die Lukas Bauprojekt GmbH kann Pläne am Kiebitzweg fast ohne Abstriche verwirklichen

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Es gibt bereits erste Anfragen von potentiellen Mietern. 102 Wohneinheiten werden hochgezogen.

shz.de von
erstellt am 13.Feb.2016 | 15:00 Uhr

Schenefeld | Es gab einen Moment, da drohte das 40-Millionen-Euro-Projekt zu scheitern. „Wir müssen hier nicht bauen“, sagte Investor Wolfram Lukas – sichtlich angefressen von der sich hinziehenden Diskussion und der heftigen Kritik an seinen Plänen. Als er am Donnerstagabend um 21.28 Uhr schließlich gemeinsam mit seinem Sohn Alexander und Architekt Martin Murphy die Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses im Schenefelder Rathaus verließ, war alle Anspannung gewichen. Die Lukas Bauprojekt GmbH aus Hamburg kann sein Bauvorhaben auf dem einen Hektar großen Areal am Kiebitzweg fast eins zu eins umsetzen, um den ungeliebten Schandfleck verschwinden zu lassen.

102 Wohneinheiten werden dort hochgezogen, 28 davon werden den Kriterien für den geförderten Wohnungsbau entsprechen. Zudem entsteht im vorderen Bereich ein vierstöckiger Bürokomplex plus Staffelgeschoss.

„100 Wohnungen auf einer Fläche von einem Hektar – das hat es in dieser Form in Schenefeld noch nicht gegeben“, betonte CDU-Fraktionschef Hans-Jürgen Rüpcke. Die CDU stimmte als einzige Partei gegen die Investorenpläne, kritisierte die massive Bebauung, die geringen Abstände der Häuser und die Verschattung auf dem Areal. Fazit: Die Wohnqualität leide.

„Das wäre für Hamburg in Ordnung, aber nicht für Schenefeld. Wir wollen die Stadt im Grünen bleiben“, mahnte CDU-Ratsherr Holm Becker. Er warnte davor, die „Bausünden aus der Vergangenheit zu wiederholen“. Die Christdemokraten wollten die Bauflächen um zirka 900    Quadratmeter reduzieren. Lukas spielte nicht mit. „Aus wirtschaftlichen Gründen nicht machbar“, sagte der Hamburger.

Auch die Grünen wollten bei der Wohnbebauung zumindest bei einem Gebäude die Geschosszahl von vier auf drei reduzieren. Lukas sagte wieder Nein. Die Grünen lenkten ein, stimmten am Ende mit SPD, OfS und BfB für die Investorenpläne. „Es ging bei dieser Entscheidung auch darum, das Unternehmen Pro Derm in Schenefeld zu halten“, erklärte Fraktionschef Mathias Schmitz. Das Forschungsinstitut könnte – ebenso wie das Unternehmen Harry Brot auf der anderen Straßenseite – Räume in dem Bürokomplex anmieten. „Nicht nur Pro Derm, auch Harry Brot benötigt Flächen. Sie müssen gucken, was für ganz Schenefeld gut ist“, ergriff Pro-Derm-Geschäftsführer Carsten Grund in der Sitzung das Wort. Nicht ohne Wirkung. Es geht um Gewerbesteuerzahler.

Drei- und vierstöckige Gebäude plus Staffelgeschoss im Herzen der Stadt: „Wenn wir verdichten können, dann doch im Stadtkern. Mit diesem Baukonzept können wir neben dem Einkaufszentrum ein weiteres Aushängeschild bekommen“, betonte der OfS-Abgeordnete Hartwig Hüllen. In einem Punkt kam der Investor den Forderungen der Politik nach: Die Anzahl der Stellplätze wird noch einmal erhöht. Wildes Parken im Bereich der benachbarten Feuerwache soll verhindert werden. Zu wenig Wohnqualität in dem autofreien Quartier? Das sehen die künftigen Mieter anscheinend anders. Laut Wolfram Lukas gab es schon nach der ersten Präsentation der Baupläne im Januar konkrete Anfragen. „Interessierte haben sich bereits in Listen eintragen lassen.“

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