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Das Leben des Autors im Mittelpunkt : Die Fantasie des E.T.A. Hoffmann

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Vortrag: Literatur-Experte Rainer Lewandowski stellt das Leben des Autors vor.

shz.de von
erstellt am 18.Apr.2017 | 13:00 Uhr

Schenefeld | Er gilt als großer Fantast der deutschen Literatur und als einer der wichtigsten Vertreter der Romantik: E.T.A. Hofmann (1776 - 1822). In seinen Märchen und Schauergeschichten gibt es sprechende Tiere, Fabelwesen und Automaten. Und immer wieder das Prinzip Gut gegen Böse. Deshalb gilt der Schriftsteller bis heute als wichtiger Wegbereiter von heutiger Fantasy und Science-Fiction-Literatur.

Den zugezogenen Schenefelder Rainer Lewandowski (66) als Hoffmann-Experten zu bezeichnen, wäre eine deutliche Untertreibung. Von 1989 bis 2015 war er unter anderem Intendant am E.T.A Hoffmann Theater in Bamberg. Einen Großteil seines Schaffens hat Lewandowski Hoffmann als historische Figur und als Autor gewidmet. 2014 erhielt er dafür die E.T.A-Hoffmann-Medaille. Zudem war er als Autor für Hörfunk, Fernsehen, Theater und Verlage tätig. Im vergangenen Jahr zog er nach Schenefeld, genießt dort mit seiner Frau die Nähe zur Natur. Nun hat ihn seine Leidenschaft für die Literatur wieder gepackt. Und er will die Nordlichter an seinem Wissen teilhaben lassen.

Unter dem Titel „Die Fantasie kommt Hoffmann zum Trost“ hält er am Freitag, 19. Mai, einen Vortrag mit Musik, Bildern und viel Humor in der Stadtbücherei Schenefeld. Der Eintritt im Timmermannsweg 1B ist frei. Beginn der Veranstaltung ist um 18 Uhr. Lewandowski kommt gebürtig aus Hannover. Er hat dort Literatur-, Sprach- und Politikwissenschaft sowie Philosophie, Pädagogik, Psychologie und Soziologie studiert und war am Staatstheater Hannover beschäftigt bevor er nach Bamberg ging. Der ehemalige Intendant hat sich in dem Werk „Lichte Stunden eines wahnsinnigen Musikers“ dem Leben Hoffmanns auf drei Arten genähert. Über seine Zeit in Bamberg, die Schilderungen seiner Gattin Michalina Hoffmann und Hoffmanns Gedankenwelt.

Die Rache als beißender Hund

In dem Vortrag in Schenefeld will sich Lewandowski vor allem dem Leben des Autors widmen. Viele kennen nur das Werk, nicht aber den Menschen dahinter, glaubt der 66-Jährige. Das wolle er ändern. „Sein Leben spielt eine große Rolle in seiner Literatur. Teilweise verschlüsselt oder auch sehr offen“, sagt er. Das mache den Schriftsteller so faszinierend.

Als Beispiel nennt der Schenefelder die unglückliche Liebe Hoffmanns zu einer 13-jährigen Musikschülerin, die er als „Engelsbild alles Himmelsanmut“ bezeichnete. Seine Herzensdame wurde nur leider mit einem Hamburger Kaufmannssohn verheiratet. Hoffmann rächte sich, indem er in einem seiner Werke die Hochzeitsnacht des Paares karikierte. Der Bräutigam kam als Betrunkener nicht gut weg. Der Schriftsteller selbst tritt als Hund auf, der dem Pärchen die Liebesnacht mit einem Biss in die Wade des Gatten verdirbt.

Büchereileiter Frank Jankowski (l.) und Rainer Lewandowski wollen E.T.A. Hoffmanns Leben vorstellen.
Büchereileiter Frank Jankowski (l.) und Rainer Lewandowski wollen E.T.A. Hoffmanns Leben vorstellen. Foto: Tanja Plock
 

Lewandowski schildert mit vielen Illustrationen und Kompositionen Hoffmanns den tragischen Lebens- und Leidensweg des Künstlers von Königsberg über Bamberg und weitere Wirkungsstätten bis zu seinem Tod in Berlin. Hoffmanns Fantasie sei bis heute einzigartig. Auch deshalb sei der Künstler und sein Schaffen aktuell. Hoffmann hatte aber viele Talente. Musik, Literatur und Zeichnen begleiteten ihn durchs Leben. Auch darum wird es in dem Vortrag gehen. Allzu ernst wird es trotz der tragischen Lebensgeschichte übrigens nicht. Lewandowski will den humoristischen Elementen genug Platz einräumen. Es soll auch kein „literaturwissenschaftlicher Vortrag“ sein, sondern eine unterhaltsame Reise in das Leben des Romantikers.

Ernst Theodor Amadeus Hoffmann – besser bekannt als E.T.A. Hoffmann – war ein bekannter Schriftsteller der Romantik. Zudem  wirkte er als Jurist, Komponist, Kapellmeister, Musikkritiker, Zeichner und Karikaturist. Er wurde am 24. Januar 1776 in Königsberg geboren. Er musste aufgrund der unsteten politischen Lage seiner Zeit mehrfach fliehen und den Wohnort wechseln. Der studierte Jurist war in Posen (Pozna), Plock (Płock) und Warschau tätig. Später war Hoffmann an verschiedenen deutschen Bühnen tätig. Somit rückte immer mehr die Literatur in den Mittelpunkt seines Lebens. Hoffmann kam 1808 nach Bamberg, um als Musikdirektor am hiesigen Theater zu arbeiten. Ab 1814 war er wieder am Kammergericht in Berlin angestellt. Er starb am 25. Juni 1822 inder heutigen Bundeshauptstadt und hinterließ über 50 Romane und Erzählungen, ein Dutzend Bühnenstücke sowie knapp 20 Instrumental- und Gesangswerke. Zu den bekanntesten Werken zählen „Die Elixiere des Teufels“, „Der Sandmann“ und „Der goldene Topf“.
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