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Schenefelder Tageblatt

18. August 2017 | 20:39 Uhr

Schenefeld : Die Einwohner von Jukshausen

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Kinder an die Macht: 68 Schülern lernen spielerisch die demokratischen Strukturen ihres Heimatortes kennen.

Wer dieser Tage das JUKS betritt, verlässt damit den Grund und Boden der Stadt Schenefeld – und erreicht Jukshausen, eine Stadt in der Stadt. Kinder wuseln durch die Gänge des Ortes, der nur zwei Gebäude besitzt. Im Finanzamt zählen einige von ihnen eifrig Geldscheine, in der Gerüchteküche bereiten andere Obstspieße vor, während bei Street Art T-Shirts und Jutebeutel gestaltet werden. Willkommen in der Kinderspielstadt Jukshausen.

68 Einwohner hat der fiktive Ort in den Herbstferien. Es gibt elf Betriebe, dazu ein Arbeits, Finanz- sowie Einwohnermeldeamt – und eine eigene Währung. „Die Faszination des Geldkreislaufes ist hoch“, so Kerstin Werner, die das Projekt gemeinsam mit Inga Göhlitz aus der Taufe gehoben hat. „Es wird viel gehandelt, auch ein Wettbüro gibt es“, erläutert sie. Neben dem künstlerischen und finanziellen Aspekt geht es vor allem darum, dass die Kinder die demokratischen Strukturen einer Stadt kennen lernen. „Große Politik wird in klein betrieben“, so Werner.

Im Arbeitsamt bekommt jeder Bürger morgens einen neuen Job zugewiesen. Auch der Bürgermeister, der jeden Tag neu gewählt wird, kommt um harte Arbeit nicht herum: Und so steht Mats stilecht mit seiner Bürgermeisterkette aus alten CDs zwischen Fischfilets sowie Kochtöpfen und bereitet das Mittagessen zu. „Als Bürgermeister muss ich genauso mitarbeiten und mein eigenes Geld verdienen“, erläutert er. Jeder Bürger erhält einen Einheitslohn von zehn Juksen, zudem soll in der Bürgerversammlung entschieden werden, wie viel Lohn es zusätzlich gibt.

In den Betrieben verlangen die Mitarbeiter als Lohn gleich 100 Juksen, das Finanzamt will aber maximal 50 als Lohn zahlen. Die Herren über die Stadtkasse, eines goldenen Schuhkartons, sind heute Felix, Henri, Ruben, Jonas und Gabriel. Auf 13 000 Juksen geben sie Acht. Zum Vergleich: Das Mittagessen kostet lediglich einen Zehner. „Wir zahlen die Löhne aus“, berichtet Felix. Und wie kommt wieder neues Geld in die Stadtkasse? „Über Wetten“, sagt Felix nicht ganz ernst gemeint und grinst. An einem Kartenspiel kann jeder teilnehmen, die Spieler zahlen dabei zehn Jukse Einsatz, der Gewinner erhält am Ende die Hälfte des Geldes. „Die Betriebe werden aber auch besteuert“, ergänzt Kerstin Werner. 90 Prozent Steuern müssen sie auf Einnahmen zahlen.

Bei Street Art arbeitet die zehn Jahre alte Begüm. Sie zeichnet an einer Blume, die sie sich später auf ein T-Shirt drucken möchte. „Ich bin zum ersten Mal dabei“, berichtet sie. „Mir gefällt es sehr gut, es macht sehr viel Spaß.“ Auch Kerstin Werner ist vom Projekt überzeugt: „Viele der Kinder sind zum dritten Mal hier.“ Es sei die Abwechslung, die die Kinder in Jukshausen fasziniere: „Sie machen jeden Tag etwas anderes.“

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erstellt am 09.Okt.2013 | 16:00 Uhr

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