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Schenefeld : Die Digitale Schul-Revolution scheitert

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Einstellung einer „Fachkraft Medienkompetenz“ abgeschmettert. SPD und Grüne lehnen CDU-Vorstoß ab.

shz.de von
erstellt am 30.Okt.2014 | 10:00 Uhr

Schenefeld | Den Bildungsstandort Schenefeld stärken: Irgendwie wollen das alle Parteien. Doch die von der CDU ausgerufene „digitale Schul-Revolution“ scheiterte am Dienstagabend am Widerstand von SPD und Grünen. Die von der CDU geforderte neue Stelle „Fachkraft Medienkompetenz“ kommt nicht. Auch die schnelle Anschaffung von moderner Tafeltechnik wie Smartboards für alle Klassen am Gymnasium und an der Gemeinschaftsschule wurde abgeschmettert.

Ein IT-Experte für alle vier Schulen: CDU und OfS wären bereit gewesen, gut 60.000 Euro im Jahr in zusätzliches Personal zu investieren. „Wir stehen im Wettbewerb mit anderen Schulen. Schenefeld sollte einen Schritt vorausgehen, besondere Standards setzen“, betonte CDU-Ratsherr Tobias Löffler. Es gehe auch darum, Lehrer zu entlasten. Sein Kollege Klaus Brüning verwies auf das politische Signal, das die Stadt setzen kann. „Noch kommen mehr Schüler aus Nachbargemeinden nach Schenefeld als umgekehrt. Wir wollen nicht so lange warten, bis sich das ändert.“ Es gehe darum, die Attraktivität der Schulen zu erhöhen.

Bei SPD und Grünen stachen diese Argumente nicht. SPD-Fraktionschef Nils Wieruch verwies auf die bestehenden Konzepte für die technische Ausrüstung der Schulen und auf die damit verbundenen „überschaubaren Kosten“.

Grünen-Fraktionschef Mathias Schmitz betonte, dass zurzeit keine zusätzliche Stelle nötig sei. „Die Schulen müssen zunächst entsprechende didaktische Konzepte erstellen. Dann folgt die Infrastruktur. Es bringt gar nichts, einen Karton mit Smartboards in den Keller des Gymnasiums zu stellen.“

Zurzeit kümmert sich ein Rathausmitarbeiter sieben Stunden in der Woche um die EDV und die Telefonanlagen an allen Schenefelder Schulen. Vor Ort investieren zudem jeweils einzelne Lehrer viel Zeit in diese Aufgaben.

Anders als Wieruch, plädierte auch Schmitz dafür, das Tempo bei der technischen Ausstattung der Schulen zu erhöhen. „Das wird nicht am Geld oder der benötigten Hilfe scheitern“, versprach Schmitz. Am Gymnasium ist die komplette EDV- Verkabelung bereits abgeschlossen. An der Gemeinschaftsschule beginnt sie im kommenden Jahr. 50.000 Euro werden investiert. Das wurde an diesem Abend einstimmig beschlossen.

Und die Schulleiter hat gar keiner gefragt

Rolf Schell vom Gymnasium und Ina Baumert von der Gemeinschaftsschule verfolgten die Diskussion über die digitale Zukunft ihrer Schulen im Rathaus leicht irritiert. Nicht eine einzige Frage richteten die Politiker an die beiden Schulleiter, die Experten. Von dem christdemokratischen Bildungsvorstoß hatten sie vorab nur aus der Zeitung erfahren.

Eine IT-Fachkraft für alle Schenefelder Schulen: Schell und Baumert halten sie  für absolut notwendig. „Wir haben 60 Computer“, sagt Schell. Der Lehrer, der sich um die Anlagen kümmert, opfert auch seine Freizeit, um die Arbeit zu schaffen. Ähnlich ist es an der Gemeinschaftsschule. „Elektronischer Stundenplan, elektronischer Vertretungsplan, unsere Homepage. Wir brauchen  dringend Hilfe“, sagt Baumert. Sie spricht sich dafür aus, das Tempo bei der technischen Ausstattung zu erhöhen. „Moderne  Medien gewinnen immer mehr an Bedeutung.“ An ihrer Schule gibt es bisher einen mobilen Laptopwagen  – für 450 Schüler und Schülerinnen. Ein Smartboard wird im Unterricht erst ab Ende des Jahres eingesetzt.

Eine Ausstattung aller Klassenräume mit modernster Tafeltechnik lehnen beide Schulleiter ab. „Smartboards sind kein Allheilmittel“, sagt Schell. Am Gymnasium gibt es bisher drei mobile Laptopwagen und zwei Smartboards.

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