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Schenefelder Tageblatt

23. Oktober 2017 | 06:41 Uhr

Die Baustelle ohne Bauarbeiter

vom

shz.de von
erstellt am 07.Mai.2013 | 01:14 Uhr

Schenefeld | Die "Biene Sonnenstrahl": Bei der Grundsteinlegung des Neubaus Ende Oktober 2012 strahlte die Sonne wie bestellt. Nur Wochen später zogen tiefschwarze Wolken über der Lindenallee und den Bauherren, dem Förderzentrum Friedrichshulde, auf. Denn der Kreis Pinneberg hatte bei der Ausschreibung der eine Million Euro teuren Kindertagesstätte so viele und so gravierende Verstöße gegen das Vergaberecht festgestellt, dass er die Fördermittel in Höhe von 480 000 Euro nicht in voller Höhe auszahlte. Dem Förderzentrum fehlten plötzlich 100 000 Euro im Finanzierungsplan. Das Gelände an der Lindenallee wurde zur Baustelle ohne Bauarbeiter - und das wochenlang. Bei der Stadt schrillten alle Alarmsirenen. Ein Krisengespräch jagte das nächste. Alternativszenarien wurden entworfen, für den Fall, dass das ganze Projekt scheitern sollte. Die Stadt hatte eine Bürgschaft übernommen und zwar über die 500 000 Euro, die das Förderzentrum als Kredit aufgenommen hatte.

Die Entwarnung kam schließlich von Sabine Birkhoff, Geschäftsführerin des Förderzentrums. Sie bestätigte, dass die Versicherung des verantwortlichen Architekten für die fehlende Summe aufkommt. "Jetzt suchen wir einen neuen Architekten, der den Bau zu Ende bringt", sagte die 52-Jährige. Von dem alten Architekten hat sich das Förderzentrum getrennt. Gestern wurde zudem ein Vertrag mit der Stadt geschlossen. Sie wird den Bau ab sofort begleiten, als "Bauaufsicht" dafür sorgen, dass alle Vorgaben eingehalten werden.

Ursprünglich sollte die Waldorf-Kita im Juni fertig sein. Wann die ersten Kinder in dem Neubau betreut werden, kann auch Birkhoff zurzeit nicht verbindlich sagen. "Wir wollen so schnell wie möglich weiterbauen und fertig werden." Besorgte Eltern hatten sich bereits an das Förderzentrum gewandt. 20 Krippenplätze und 15 Elmentarplätze in einer Integrationsgruppe entstehen in Schenefelds achter Kindertagesstätte. Das Förderzentrum bringt jetzt auch die Stadt in die Bredouille. Die hat für die Krippenplätze die 35-Prozent-Quote im Nacken, hat fest mit den Plätzen der Waldorf-Kita geplant. Schenefelds Sozialamtschef Axel Hedergott beruhigt: "Die Situation ist nicht dramatisch." An der Bogenstraße entstehen zurzeit auch 20 Krippenplätze. Der Bau läuft rund.

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