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Schenefelder Tageblatt

18. Oktober 2017 | 04:22 Uhr

Nahverkehr : Der Traum von der Schiene

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Schenefeld will in die Hamburger Planungen für eine Anbindung des Westens eingebunden werden.

shz.de von
erstellt am 13.Mai.2014 | 06:00 Uhr

Schenefeld | Die etwas älteren Schenefelder können sich noch gut an die Straßenbahn erinnern, die von 1955 bis 1973 von Hamburg nach Schenefeld führte. Die damalige Haltestelle am Schenefelder Platz ist heute das Drehkreuz für den Busverkehr. Die Schiene auf Schenefelder Gebiet ist längst tot. Doch es soll einen Wiederbelebungsversuch geben.

Die Stadt soll sich dafür einsetzen, dass die vom Hamburger Senat geplante neue U-Bahnlinie 5, die von Bramfeld über die Innenstadt bis nach Lurup fahren soll, eben nicht kurz vor der Schenefelder Stadtgrenze endet – wie es die aktuellen Pläne vorsehen. Das hat die Ratsversammlung beschlossen.

„Die Stadt muss sich massiv einbringen“, forderte CDU-Ratsherr Holm Becker. Bürgermeisterin Christiane Küchenhof muss die Interessen der Kleinstadt in diesem Milliarden-Projekt vertreten. „Da müssen ganz dicke Bretter gebohrt werden“, sagte die Verwaltungschefin. Die Ansprechpartner: die Wirtschaftsbehörde der Hansestadt. Die Hamburger Hochbahn – und das Land Schleswig-Holstein.

Vorstöße und Gespräche gab es in der Vergangenheit immer wieder – vor allem als die Pläne für eine Stadtbahn konkrete Formen annahmen. Eine Stadtbahn: Für Küchenhof die realistischere Chance, Schenefeld an die Schiene anzubinden. „Die Kosten für eine U-Bahn sind enorm.“

Grünen-Ratsherr Herbert van Gerpen appellierte eindringlich an die Verantwortlichen, sich nachhaltig an den Planungsprozessen zu beteiligen. Im Zuge der Stadtbahnplanungen sei Schenefeld bereits 2009 in einer offiziellen Senatsdrucksache aufgetaucht.

Van Gerpen ist selbst an dem Schienenprojekt beteiligt. Er ist Mitglied im Arbeitskreis Verkehrsplanung, der zur Verkehrsinitiative „Starten: Bahn West“ zählt. Die Initiative unterstützt nachdrücklich eine Schienenanbindung Schenefelds.

Van Gerpen könnte sich auch vorstellen, dass die Schiene nicht am Schenefelder Platz endet, sondern bis zum „Stadtzentrum“ führt, das täglich von bis zu 10.000 Kunden besucht wird.

In Schenefeld gibt es seit Jahren Überlegungen, den zentralen Busbahnhof vom Schenefelder Platz an das Einkaufszentrum zu verlegen. „Im Zuge des A-7-Ausbaus wird es zu immer mehr Staus kommen. Der Umstieg auf den Öffentlichen Nahverkehr bekommt eine immer größere Bedeutung“, betonte der Grünen-Politiker während der Versammlung.

CDU-Ratsherr Kay Plewnia sprach sich sogar dafür aus, konkrete Forderungen an den Hamburger Verkehrs-Verbund (HVV) zu stellen. „Das ist schließlich kein privatwirtschaftliches Unternehmen.“ Schenefeld müsse endlich besser angebunden werden, vor allem auch das „Stadtzentrum“. In Zukunft sollen HVV-Vertreter regelmäßig nach Schenefeld eingeladen werden, um die Politiker kontinuierlich über den Sachstand des Mammut-Projekts U5 zu unterrichten.

Der Hamburger Senat hatte die Pläne für die U-Bahn-Linie 5 Anfang April vorgestellt. Sie verbindet Bramfeld und den Osdorfer Born –  einen Steinwurf entfernt von der Schenefelder Stadtgrenze. Zwei Varianten sind denkbar: nördlich über Hoheluft und Hagenbecks Tierpark oder südlich St. Pauli, Altona und Ottensen. Die Kosten für den U-Bahn-Bau sollen zirka 3,8 Milliarden Euro betragen. Baubeginn soll frühestens 2020 sein. Die CDU als Oppositionspartei erteilte den U-Bahn-Plänen eine klare Absage. Die Hamburger Christdemokraten setzen auf eine Stadtbahn. In ihrem Konzept könnte die Nachbarstadt Schenefeld zumindest über den Schenefelder Platz in das Schienennetz integriert werden.
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