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Der neue Rat: Größer, bunter - und auch besser?

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erstellt am 28.Mai.2013 | 01:14 Uhr

Schenefeld | Der Tag danach. Vor allem bei der FDP ist Wundenlecken angesagt. Nur noch 4,9 Prozent. Das schlechteste Ergebnis aller Parteien. Gerade einmal 298 Schenefelder machten ihr Kreuz bei den Liberalen. "Das ist Wahnsinn", sagt Spitzenkandidatin Karin Förster. "Die Bürger haben nicht verstanden, was wir rüber bringen wollten." Förster ist in Zukunft Einzelkämpferin im Rat. Nur ein Sitz. Die FDP verliert den Fraktionsstatus. Schlimmer noch. Sie hat keinen Sitz mehr in den Ausschüssen. "Bitter", sagt Förster. Wie es weiter geht, ob es überhaupt weiter geht? Völlig unklar. "Ich weiß nicht, ob ich mir das noch einmal antue", sagt die Fraktionschefin, die schon von 2006 bis 2008 allein für die FDP die Fahne im Rat hochhielt.

Tiefe Verletzungen gibt es auch bei der CDU. Im Kreis kann sie leicht zulegen, in Schenefeld verliert sie gnadenlos, schafft es auch diesmal nicht, die SPD als stärkste politische Kraft abzulösen. Woran es gelegen hat? Fraktionschef Hans-Jürgen Rüpcke kann es am Wahlabend nicht sagen. "Kahlschlag und Landschaftsschutzgebiete: Diese Themen haben wohl eher die Wähler der Grünen mobilisiert", mutmaßt CDU-Parteichef Gerd Lohmann.

Die Grünen: Mit 22,3 Prozent holten sie ihr bestes Ergebnis in Schenefeld. Landesweit waren nur Halstenbeks Grüne erfolgreicher. "Da fällst du vom Glauben ab", sagte Michael Behrens als er für die Grünen in Schenefeld das erste Direktmandat in der Geschichte der Partei gewonnen hatte. Hans-Gerhard Schwarz holte das zweite.

Rot-Grün hat eine Stimme Mehrheit im künftigen Rat. Auf diese Karte setzt auch Grünen-Urgestein Mathias Schmitz. "Bei den Themen Stadtentwicklung, Umwelt, Verkehr und Kultur müssen substanzielle Verbesserungen her. Mit den Sozialdemokraten gibt es in diesen Bereichen viele Überschneidungspunkte." Ob daraus eine stabile Koalition erwachsen kann, soll in Sondierungsgesprächen geklärt werden.

Die SPD hatte schon vor der Wahl die Grünen als Wunschpartner auserkoren. "Es geht immer zuerst um die Sache", gibt sich SPD-Spitzenkandidatin Ingrid Pöhland noch vorsichtig. Bei einer wichtigen Personalie hat die SPD als stärkste Fraktion das Vorschlagsrecht: Gudrun Bichowski soll Bürgervorsteherin bleiben. "Das steht überhaupt nicht zur Diskussion", sagte Pöhland. Bichowski hatte das Amt nach der Wahl 2008 übernommen. Bichowski könnte am 20. Juni während der Ratssitzung vereidigt werden.

Durch den Einzug der Grünen und der Wählervereinigung Bürger für Bürger wird das Parlament bunter - es wird aber auch größer. Statt 27 Abgeordnete gehören künftig 29 Politiker der Ratsversammlung an. Die CDU erhält ein Ausgleichsmandat, die SPD ein Überhangmandat.

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