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Zerquetschte Tuben-Kunst : Der Kunstkreis Schenefeld präsentiert Arbeiten von Michael Wittern

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Ausstellung in der Galerie im Stadtzentrum. „Tuben im Wandel“ zeigt acht Acrylgemälde.

shz.de von
erstellt am 01.Mär.2016 | 10:00 Uhr

Schenefeld | Michael Wittern studiert an der Technischen Universität Hamburg-Harburg. Berufsziel: Bau-Ingenieur. In seiner Freizeit malt er gern, seit frühester Jugend schon. Das trug ihm jetzt eine Ausstellung ein. „Tuben im Wandel“ nennt er die acht Acrylgemälde, die noch bis zum 26. März in der Galerie des Kunstkreises im „Stadtzentrum“ zu sehen sind, und zwar donnerstags bis sonnabends von 16 bis 18 Uhr.

Das Stadtzentrum in Schenefeld ist mit 37.000 Quadratmetern Fläche das größte Einkaufszentrum in und um Schenefeld. Immer wieder werden den Besuchern auch Kunst und verschiedene Ausstellungen geboten.

Der Wandel hat die abgebildeten Tuben ganz offensichtlich schwer mitgenommen. Egal ob sie ihren Inhalt mit „Ketchup“, „Acrylfarbe“ oder „Sardellenpaste“ angeben, sie sind allesamt zerknautscht. Wie kommt ein Hobby-Maler auf solche Motive? Studentenalltag steckt dahinter. Das offenbart Witterns Antwort: Nach einer langen, durchfeierten Nacht habe ein Mitbewohner sich ein Senfbrot geschmiert, erinnert sich der Maler. Das Tohuwabohu, das er danach in der Küche hinterlassen habe, sei in der WG gar nicht gut angekommen. Als Beweismittel gegen den säumigen Aufräumer habe er deshalb die malträtierte Senftube fotografiert.

Deren Verformungen faszinierten dann aber den Künstler in ihm. Und schon machte sich Wittern auf die Suche nach weiteren Tuben. Benutzt mussten sie sein, mal gequetscht, mal fein säuberlich aufgerollt. So standen sie Modell für Witterns Bilderserie.

Kunstkreis-Chefin Ursula Wientapper kennt den jungen Maler schon seit zehn Jahren. Solange treffen sie sich immer wieder in Kursen des Kunsthauses. „Hoch konzentriert“ sei er bei der Arbeit, lobte sie anlässlich der Ausstellungseröffnung. Sehr gesprächig sei er allerdings nicht, warnte sie, bevor sie das Wort an den Maler übergab. Der unterhielt die Gäste mit amüsanten Details seiner Tubensuche in Supermärkten und anderen Örtlichkeiten, ehe er sein Sektglas erhob und die Ausstellung offiziell eröffnete. Sein Vater Ingo Wittern bewunderte die Gleichzeitigkeit von Wirklichkeitsnähe und Verfremdung in den Bildern. Woher sein Sohn die Lust an der Kunst habe, wusste er auch nicht recht. Es gebe eine malende Tante in der Familie, fiel ihm dazu schließlich ein.

Auch andere begeisterten sich für Witterns Tuben. So wie etliche Studienkollegen, die zur Vernissage nach Schenefeld gekommen waren. Und Bärbel Wieruch fand, Wittern sei überhaupt „ein toller junger Mann“.

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