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Mit Kommentar aus der Redaktion : Der „Glücksgriff“ feiert Geburtstag

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Schenefelder Verein ist seit acht Jahren aktiv. Viele soziale Projekte angeschoben und unterstützt.

Schenefeld | Kinder- und Jugendarbeit, die Völkerverständigung und das Verhältnis von Jung und Alt liegen dem Verein „Glücksgriff – der soziale Kreislauf“ am Herzen. Der Verein hat nun seinen achten Geburtstag auf dem Marktplatz sowie im an der Lornsenstraße gelegenen Laden gefeiert. Zahlreiche Gäste schauten vorbei, um zu gratulieren. „Es ist deutlich erkennbar, wie viel Resonanz und Wertschätzung unser Verein erfährt“, sagte „Glücksgriff“-Chefin Ingrid Pöhland sichtlich erfreut. Es habe beim auf dem Marktplatz veranstalteten Fest bei unzähligen Interessierten nur eine Zugezogene gegeben, die über den „Glücksgriff“ nicht informiert gewesen sei.

Die beiden Second-Hand-Läden erwiesen sich schon lange als Glücksgriff für ganz Schenefeld. Ingrid Pöhland gründete das Kaufhaus mit der besonderen sozialen Komponente im Jahr 2009. Die Idee: Der Verein erhält Sachspenden, verkauft sie – und mit den Gewinnen werden in Schenefeld soziale Projekte unterstützt und auf den Weg gebracht. Die Vorsitzenden Ingrid Pöhland und Gerd Fiebig verbuchen in der Regel einen Jahresumsatz von mehr als 100.000 Euro. „Die Summe setzt sich zusammen aus Centbeträgen“, stellte Pöhland klar. Es seien unzählige Kleidungsstücke, die in den beiden Läden am Rathausplatz und an der Lornsenstraße über den Tresen gehen. Menschen aus Schenefeld und Umgebung bringen ihre Kleidung vorbei und kaufen im Gegenzug ein, um die gute Sache zu unterstützen. Das 50 Personen umfassende Vereinsteam unterstützt mit dem erwirtschafteten Geld diverse Projekte.

Zu einem der am längsten unterstützten Projekte gehören die „Apfel-Aktion“ und „Klasse 2000“. Mehr als 200 Kilogramm Äpfel werden wöchentlich an die Schenefelder Schulen und Kindergärten geschickt. Der Verein möchte sicherstellen, dass die Kinder genügend Vitamine bekommen. Schüler der ersten bis vierten Klasse erhalten beim Projekt „Klasse 2000“ zusätzlich Unterricht zu Themen wie Gewalt- und Suchtprävention. Der Verein unterstützt ferner die Schenefelder Tafel mit Geld- und Sachspenden. „Glücksgriff“ steht dem Kinder- und Jugendbeirat für sein im Herbst anstehendes Rockprojekt helfend zur Seite. Auch Menschen mit Handicap profitieren regelmäßig von den Spendengeldern.

Es gelang Pöhland erst im Januar, die Verkaufsfläche an der Lornsenstraße auf 105 Quadratmeter zu erweitern. Zukunftsvisionen? „Wir möchten Kontinuität in unsere Projekte bringen“, betonte die „Glücksgriff“-Chefin. Es gelte zudem, die Kosten für die doppelte Miete zu stemmen. Spenden und weitere freiwillige Helfer sind jederzeit willkommen, sagte Pöhland abschließend.

 

Kommentar: Erfolgsgeschichte mit Langzeiteffekt
von Tanja Plock

Viele Vereine haben heute Probleme, Menschen zu finden, die sich für das Gemeinwohl einsetzen und damit einen beträchtlichen Zeitaufwand in Kauf nehmen müssen. Der „Glücksgriff“ in Schenefeld und seine engagierten Helfer zeigen jedoch, dass das Ehrenamt kein Relikt aus alten Zeiten ist – und die Kommunen stärker macht.

Das Konzept ist so simpel wie genial. Mit viel Liebe, Aufwand und Spaß an der Sache hat es das Team unter Anleitung von Ingrid Pöhland geschafft, zwei gut laufende Second-Hand-Läden zu etablieren und mit den Erlösen Projekte vor Ort zu fördern. Zum Erfolgsrezept gehört  ein überwältigendes Engagement der Chefin, die immer wieder weiter denkt, neue Pläne schmiedet und alles zusammenhält.

Das Ehrenamt ist tot? Nein. So lange es solche Menschen  gibt, sind Städte nicht nur Orte, in denen gelebt und gearbeitet wird. Es entsteht auch ein Gemeinschaftsgefühl, das mit Geld nicht aufzuwiegen ist.

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erstellt am 05.Jul.2017 | 15:30 Uhr

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